Was unterscheidet Meersalz von klassischem Steinsalz?
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Obwohl Meersalz und Steinsalz chemisch fast identisch sind (beide bestehen zu etwa 97 bis 99 % aus Natriumchlorid), unterscheiden sie sich in ihrer Herkunft, der Art der Gewinnung, ihrer Textur und ihrer Umweltbelastung.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:
1. Herkunft
- Meersalz: Wird aus heutigem Meerwasser gewonnen. Es ist sozusagen „frisches“ Salz.
- Steinsalz: Stammt ebenfalls aus dem Meer, allerdings aus vorzeitlichen Meeren, die vor Millionen von Jahren (z. B. im Perm vor 250 Mio. Jahren) ausgetrocknet sind. Diese Salzschichten lagern heute tief unter der Erde. Im Grunde ist Steinsalz also „fossiles Meersalz“.
2. Gewinnung
- Meersalz: Das Meerwasser wird in flache Becken (Salinen) geleitet. Durch Sonne und Wind verdunstet das Wasser, und das Salz kristallisiert aus. Das edelste Meersalz, die Fleur de Sel (Salzblume), wird in Handarbeit von der Wasseroberfläche abgeschöpft.
- Steinsalz: Es wird bergmännisch abgebaut (unter Tage). Entweder wird es trocken als Brocken herausgebrochen und gemahlen oder mithilfe von Wasser herausgelöst (als Sole), welches dann beim Sieden verdampft (dann nennt man es oft Siedesalz).
3. Zusammensetzung und Reinheit
- Meersalz: Es enthält oft eine höhere Restfeuchte und geringe Spuren von Mineralien wie Magnesium oder Calcium aus dem Meerwasser. Ein kritischer Punkt bei modernem Meersalz ist die potenzielle Belastung mit Mikroplastik aus den aktuellen Weltmeeren.
- Steinsalz: Da es tief in der Erde lagert, ist es vor modernen Umwelteinflüssen und Verschmutzungen (wie Mikroplastik) geschützt. Es gilt daher oft als "reiner". Farbige Varianten wie das rosa Himalaya-Salz verdanken ihre Farbe Eisenoxiden (Rost).
4. Geschmack und Textur
- Meersalz: Es wird oft in groben Flocken oder unregelmäßigen Kristallen verkauft. Es hat ein etwas „milderes“ oder komplexeres Aroma, was vor allem an der Textur liegt: Die Flocken schmelzen auf der Zunge anders als feines Tafelsalz.
- Steinsalz: In der Küche wird es meist fein gemahlen verwendet. Es schmeckt „direkter“ und salziger. Grobes Steinsalz ist oft sehr hart und eignet sich gut für Salzmühlen.
5. Zusatzstoffe
- Klassisches Kochsalz (meist Steinsalz/Siedesalz): Im Supermarkt ist es oft hochgereinigt (raffiniert). Ihm werden häufig Rieselhilfen (damit es nicht verklumpt), Jod oder Fluorid zugesetzt.
- Naturbelassenes Meersalz: Wird oft ohne Zusätze verkauft, kann aber bei feuchter Lagerung schneller verklumpen.
Zusammenfassung: Welches ist besser?
- Für die Gesundheit: Es macht kaum einen Unterschied, da beide fast nur aus Natriumchlorid bestehen. Die Mengen an enthaltenen Mineralien (Magnesium etc.) sind in beiden Fällen zu gering, um einen gesundheitlichen Nutzen zu haben.
- Für die Umwelt: Steinsalz aus der Region (z. B. aus Deutschland oder Österreich) hat oft eine bessere Ökobilanz als Meersalz, das aus dem Mittelmeer oder Übersee herbeigeschafft werden muss. Zudem ist Steinsalz frei von modernem Mikroplastik.
- Für die Küche: Zum Kochen von Nudelwasser reicht günstiges Steinsalz. Zum Nachwürzen bei Tisch (z. B. auf einem Steak oder Salat) bevorzugen Gourmets die knusprige Textur von Meersalz-Flocken (Fleur de Sel).