Können Schwermetalle wie Quecksilber oder Blei in Meersalz enthalten sein?
Ja, Meersalz kann Spuren von Schwermetallen wie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Arsen enthalten.
Hier sind die wichtigsten Fakten dazu, wie sie hineingelangen und ob das ein Gesundheitsrisiko darstellt:
1. Wie kommen die Schwermetalle ins Salz?
Meersalz wird durch die Verdunstung von Meerwasser in Salinen gewonnen. Da die Weltmeere durch industrielle Abwässer, Bergbau, Schifffahrt und atmosphärische Ablagerungen mit Schwermetallen belastet sind, finden sich diese Stoffe auch im Wasser wieder. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben nicht nur die Salzkristalle zurück, sondern auch andere im Wasser gelöste Stoffe – darunter eben auch kleinste Mengen an Schwermetallen.
2. Die Konzentration (Wie gefährlich ist es?)
Obwohl Schwermetalle nachweisbar sein können, ist die Konzentration in der Regel extrem gering.
- Grenzwerte: In der EU und in vielen anderen Ländern gibt es strenge Grenzwerte für Schwermetalle in Lebensmitteln. Speisesalz wird regelmäßig kontrolliert.
- Verzehrmenge: Da man Salz normalerweise nur in kleinen Mengen konsumiert (empfohlen sind etwa 5–6 Gramm pro Tag), ist die absolute Menge an Schwermetallen, die man über Meersalz aufnimmt, im Vergleich zu anderen Lebensmitteln (wie etwa bestimmten Fischarten oder belastetem Gemüse) meist vernachlässigbar.
3. Meersalz vs. Steinsalz
Es gibt einen Unterschied in der potenziellen Belastung:
- Meersalz: Stammt aus heutigen Meeren und ist daher der aktuellen Umweltverschmutzung (auch Mikroplastik) direkt ausgesetzt.
- Steinsalz (z. B. Bergsalz oder "Himalayasalz"): Dies ist im Grunde "altes Meersalz" aus Ozeanen, die vor Millionen von Jahren ausgetrocknet sind. Da diese Salzschichten tief unter der Erde liegen und entstanden, bevor es eine industrielle Verschmutzung durch den Menschen gab, gilt Steinsalz oft als "reiner" in Bezug auf moderne Umweltschadstoffe. Dennoch kann es natürliche, geologisch bedingte Einschlüsse von Mineralien oder Metallen enthalten.
4. Ein weiteres Problem: Mikroplastik
In den letzten Jahren rückt neben den Schwermetallen ein weiteres Problem bei Meersalz in den Fokus: Mikroplastik. Da die Meere stark mit Kunststoffabfällen belastet sind, finden Forscher fast in jeder Probe von Meersalz winzige Kunststoffpartikel. Auch hier ist noch unklar, wie schädlich diese Mengen langfristig für den Menschen sind, aber sie sind ein spezifisches Merkmal von modernem Meersalz.
Fazit
Ja, Schwermetalle sind in Meersalz in Spuren vorhanden. Für den gesunden Verbraucher besteht bei handelsüblichem Salz jedoch keine akute Gefahr, da die Mengen weit unter den gesundheitsgefährdenden Grenzwerten liegen.
Wer jedoch die modern bedingte Umweltbelastung (Schwermetalle aus der Industrie und Mikroplastik) so weit wie möglich meiden möchte, greift eher zu Steinsalz (Tafelsalz aus dem Bergwerk).