Können Kieselerde-Präparate mit Schwermetallen wie Blei oder Arsen verunreinigt sein?
Ja, Kieselerde-Präparate können tatsächlich mit Schwermetallen wie Blei, Arsen, Cadmium oder auch Aluminium verunreinigt sein.
Hier sind die wichtigsten Gründe und Hintergründe dazu:
1. Natürliche Herkunft
Kieselerde ist ein Naturprodukt, das meist aus Sedimenten von Kieselalgen (Diatomeenerde) oder aus mineralischem Quarz gewonnen wird. Da diese Rohstoffe direkt aus der Erdkruste abgebaut werden, hängen ihre Inhaltsstoffe stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. In der Erde kommen Schwermetalle wie Blei oder Arsen natürlicherweise vor, und sie können bei der Gewinnung der Kieselerde in das Endprodukt gelangen.
2. Fehlende Reinigungsprozesse
Kieselerde wird oft nur mechanisch gereinigt (gemahlen, gesiebt). Im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Stoffen findet oft keine chemische Hochreinigung statt, die Schwermetallspuren vollständig entfernen würde.
3. Erkenntnisse von Verbraucherschützern
In der Vergangenheit gab es immer wieder Untersuchungen (z. B. von Öko-Test oder staatlichen Laboren), die erhöhte Werte von Schadstoffen in Kieselerde-Produkten nachgewiesen haben:
- Blei und Arsen: Diese wurden in verschiedenen Stichproben gefunden.
- Aluminium: Oft ist Kieselerde auch mit Aluminiumverbindungen belastet, was bei langfristiger Einnahme kritisch für das Nervensystem oder die Nieren sein kann.
- Quarzgehalt: Ein weiteres Problem ist, dass viele Präparate kristallines Siliziumdioxid (Quarz) enthalten, das bei Einatmung krebserregend sein kann und auch bei der Einnahme in der Kritik steht, Entzündungsprozesse fördern zu können.
4. Rechtliche Grenzwerte
In der EU und Deutschland gelten für Nahrungsergänzungsmittel Grenzwerte für Schwermetalle (festgelegt in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006). Die Hersteller sind verpflichtet, ihre Produkte zu prüfen. Dennoch gibt es immer wieder Produkte – insbesondere bei Importen aus Nicht-EU-Ländern oder bei sehr günstigen Anbietern –, die diese Grenzwerte überschreiten können.
5. Gesundheitsrisiken durch Langzeiteinnahme
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass eine langfristige Einnahme von Kieselerde-Präparaten die Nieren belasten kann (Risiko für Nierensteine). Wenn zusätzlich eine chronische Belastung mit Schwermetallen vorliegt, addieren sich die gesundheitlichen Risiken.
Worauf sollten Sie achten?
Wenn Sie Kieselerde einnehmen möchten, beachten Sie folgende Tipps:
- Markenqualität: Kaufen Sie Produkte von namhaften Herstellern, die in Deutschland oder der EU produzieren und strenge Laborkontrollen garantieren.
- Zertifikate: Achten Sie auf Hinweise zur Schadstoffprüfung.
- Alternativen: Viele Menschen nehmen Kieselerde für Haare, Nägel und Haut. Die Wirkung von Kieselerde ist wissenschaftlich ohnehin umstritten. Oft sind Vitamine (wie Biotin) oder Mineralstoffe (wie Zink) effektiver und bergen kein Risiko für Schwermetallbelastungen.
- Dauer der Anwendung: Nehmen Sie solche Präparate nicht dauerhaft über Jahre hinweg ein, sondern eher kurweise.
Fazit: Ja, eine Verunreinigung ist systembedingt möglich. Seriöse Anbieter kontrollieren dies streng, aber ein gewisses Restrisiko bleibt aufgrund der natürlichen Gewinnung bestehen.