Ist Meersalz gesünder als herkömmliches Speisesalz?
Die kurze Antwort lautet: Aus gesundheitlicher Sicht gibt es kaum einen nennenswerten Unterschied.
Obwohl Meersalz oft als „natürlicher“ und „gesünder“ vermarktet wird, bestehen beide Salzarten chemisch gesehen fast ausschließlich aus Natriumchlorid (etwa 97 bis 99 %).
Hier sind die Details im Vergleich:
1. Mineralstoffe und Spurenelemente
- Meersalz: Es enthält in der Tat winzige Mengen an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Calcium, die beim Verdampfen des Meerwassers zurückbleiben.
- Speisesalz: Da es meist industriell gereinigt (raffiniert) wird, fehlen diese Spurenelemente fast völlig.
- Das Fazit: Die Mengen im Meersalz sind so gering, dass sie für die Nährstoffversorgung des Körpers keine Rolle spielen. Man müsste lebensgefährliche Mengen Salz essen, um seinen Bedarf an Magnesium oder Kalium über Meersalz zu decken. Diese Mineralien nehmen wir viel effektiver über Gemüse, Obst und Vollkornprodukte auf.
2. Jod und Fluorid
- Speisesalz: In Deutschland wird herkömmlichem Speisesalz oft Jod und manchmal Fluorid zugesetzt. Das dient der Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen und Karies.
- Meersalz: Entgegen der landläufigen Meinung enthält Meersalz von Natur aus nur sehr wenig Jod. Wer ausschließlich unjodiertes Meersalz verwendet, muss darauf achten, Jod über andere Quellen (wie Fisch oder Algen) aufzunehmen.
3. Zusatzstoffe (Rieselhilfen)
- Speisesalz: Damit es nicht verklumpt, werden oft Rieselhilfen (z. B. Ferrocyanide oder Silikate) hinzugefügt.
- Meersalz: Grobes Meersalz kommt meist ohne diese Zusätze aus. Wer also Wert auf ein Produkt ohne jegliche Zusatzstoffe legt, ist mit Meersalz (oder unbehandeltem Steinsalz) oft besser bedient.
4. Mikroplastik
- Meersalz: Da die Weltmeere zunehmend verschmutzt sind, finden Forscher in vielen Meersalzproben Rückstände von Mikroplastik.
- Speisesalz (Siedesalz/Steinsalz): Dieses Salz stammt meist aus unterirdischen Salzvorkommen, die vor Millionen von Jahren entstanden sind. Es ist daher frei von modernen Umweltschadstoffen wie Mikroplastik.
5. Geschmack und Textur
Hier liegt der eigentliche Unterschied. Meersalz (besonders edle Sorten wie Fleur de Sel) hat eine andere Kristallstruktur. Es knirscht angenehm zwischen den Zähnen und gibt den Geschmack punktueller ab. In der gehobenen Küche wird es daher bevorzugt als „Finishing Salt“ verwendet.
Fazit: Was ist gesünder?
Weder noch. Für die Gesundheit ist nicht die Art des Salzes entscheidend, sondern die Menge.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 5 Gramm Salz pro Tag (etwa ein Teelöffel). Zu viel Salz – egal ob aus dem Meer oder aus dem Bergwerk – erhöht bei vielen Menschen das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Tipp: Wenn Sie Meersalz wegen des Geschmacks oder der Textur bevorzugen, ist das völlig in Ordnung. Wenn Sie es aber wegen der Gesundheit kaufen, können Sie sich den oft höheren Preis sparen.