Enthält Meersalz wertvolle Mineralien und Spurenelemente?
Die kurze Antwort lautet: Ja, Meersalz enthält Mineralien und Spurenelemente – aber die Mengen sind so gering, dass sie für deine Gesundheit praktisch keine Rolle spielen.
Hier ist die detaillierte Erklärung, warum der „Gesundheitsbonus“ von Meersalz oft überschätzt wird:
1. Die Zusammensetzung
Meersalz besteht zu etwa 95 bis 98 % aus Natriumchlorid (herkömmliches Kochsalz). Die restlichen 2 bis 5 % entfallen auf Wasser und verschiedene Mineralstoffe wie:
- Magnesium
- Calcium
- Kalium
- Eisen
- Jod (in natürlicher Form meist nur in Spuren)
2. Die Menge im Verhältnis zum Bedarf
Das Problem ist die Relation: Um eine nennenswerte Menge dieser Mineralstoffe über Meersalz aufzunehmen, müsstest du täglich Unmengen an Salz essen. Das wäre aufgrund des hohen Natriumgehalts extrem ungesund (Bluthochdruck, Belastung der Nieren).
- Beispiel Magnesium: Um deinen Tagesbedarf an Magnesium durch Meersalz zu decken, müsstest du mehrere hundert Gramm Salz pro Tag essen. Empfohlen sind jedoch maximal 5 bis 6 Gramm Salz insgesamt.
- Fazit: Den Bedarf an Mineralstoffen deckst du wesentlich effektiver und gesünder über Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte oder Mineralwasser.
3. Meersalz vs. Raffiniertes Speisesalz
- Raffiniertes Salz (Siedesalz): Wird gereinigt, fast alle Begleitstoffe werden entfernt, bis es zu ca. 99 % aus Natriumchlorid besteht. Oft werden Rieselhilfen und Jod/Fluorid zugesetzt.
- Meersalz: Gilt als „naturbelassener“, da es weniger stark verarbeitet wird. Es hat oft eine andere Textur (z. B. Fleur de Sel) und einen etwas komplexeren Geschmack, was in der gehobenen Küche geschätzt wird.
4. Ein moderner Nachteil: Mikroplastik
Ein Thema, das bei Meersalz heute leider eine Rolle spielt, ist die Verunreinigung der Weltmeere. Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass Meersalz winzige Mengen an Mikroplastik enthalten kann. In Steinsalz (das aus Jahrmillionen alten, unterirdischen Salzstöcken gewonnen wird und eigentlich „altes Meersalz“ ist) findet man dieses Plastik in der Regel nicht.
Fazit
Meersalz ist nicht gesünder als normales Speisesalz. Die enthaltenen Spurenelemente sind eine nette Beigabe, aber kein relevanter Beitrag zur Nährstoffversorgung.
Warum man es trotzdem kaufen kann:
- Geschmack & Textur: Grobes Meersalz oder Flocken (Fleur de Sel) sorgen für ein schöneres Mundgefühl und ein feineres Aroma beim Kochen.
- Weniger Zusätze: Wer auf Rieselhilfen (Antiklumpmittel) verzichten möchte, findet bei Meersalz eher naturbelassene Produkte.
Empfehlung: Nutze Salz sparsam und wähle es eher nach Geschmack und Verwendungszweck aus, nicht aufgrund vermeintlicher gesundheitlicher Vorteile durch Mineralien.