Welche Mineralien und Spurenelemente sind typischerweise in Thermalwasser enthalten?

Melden

Thermalwasser zeichnet sich dadurch aus, dass es auf seinem Weg aus tiefen Erdschichten durch verschiedene Gesteinsschichten fließt und dabei wertvolle Inhaltsstoffe löst. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Standort (Geologie), aber typischerweise enthält Thermalwasser eine Kombination aus folgenden Mineralien und Spurenelementen:

1. Hauptmineralien (Mengenelemente)

Diese liegen in relativ hohen Konzentrationen vor und bestimmen oft den Charakter des Wassers (z. B. Sole- oder Schwefelbad).

  • Natrium: Reguliert den Wasserhaushalt im Körper und unterstützt die Muskelfunktion.
  • Chlorid: In Verbindung mit Natrium bildet es Kochsalz (Sole). Es wirkt desinfizierend, regelt den osmotischen Druck der Haut und hilft bei Hautproblemen.
  • Calcium: Wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne. Es wirkt antiallergisch und entzündungshemmend auf der Haut.
  • Magnesium: Essenziell für den Energiestoffwechsel, Nerven und Muskeln. Es hilft bei Entspannung und wirkt regenerierend auf die Hautbarriere.
  • Kalium: Unterstützt die Weiterleitung von Nervenimpulsen und den Flüssigkeitshaushalt der Zellen.
  • Hydrogencarbonat (Bicarbonat): Wirkt säureneutralisierend und hilft, den pH-Wert der Haut und des Körpers zu regulieren (basische Wirkung).
  • Sulfat: Fördert die Verdauung (bei Trinkkuren) und ist wichtig für den Knorpelaufbau und die Entgiftung.

2. Spurenelemente

Diese kommen nur in sehr geringen Mengen vor, haben aber oft eine spezifische therapeutische Wirkung.

  • Jod: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion, fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel.
  • Fluorid: Stärkt den Zahnschmelz und die Knochenfestigkeit.
  • Eisen: Wichtig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Körper.
  • Zink: Fördert die Wundheilung und unterstützt das Immunsystem sowie die Hautregeneration.
  • Selen: Ein starkes Antioxidans, das die Zellen vor freien Radikalen schützt und das Immunsystem stärkt.
  • Mangan: Wichtig für den Aufbau von Bindegewebe und Knochen.
  • Kieselsäure (Silizium): Festigt das Bindegewebe, macht die Haut elastisch und stärkt Haare und Nägel.

3. Besondere Bestandteile (Gase und Wirkstoffe)

Einige Thermalwässer enthalten spezielle Gase, die über die Haut oder die Atemwege aufgenommen werden:

  • Schwefel (meist als Schwefelwasserstoff): Charakteristischer Geruch; wirkt stark entzündungshemmend und schmerzlindernd, besonders bei Gelenkbeschwerden (Rheuma) und Hautkrankheiten (Neurodermitis, Schuppenflechte).
  • Radon: Ein natürliches Edelgas, das in geringsten Dosen zur Schmerztherapie (z. B. bei Morbus Bechterew) eingesetzt wird, indem es das Immunsystem stimuliert.
  • Kohlensäure (Kohlendioxid): Verbessert die Durchblutung der Haut und entlastet das Herz-Kreislauf-System.

Warum ist das wichtig?

Die Kombination dieser Stoffe macht Thermalwasser zu einem Heilmittel. Je nachdem, welches Mineral dominiert, wird das Wasser für unterschiedliche Zwecke eingesetzt:

  • Solequellen (Salz): Gut für Haut und Atemwege.
  • Schwefelquellen: Gut für Gelenke und Haut.
  • Akratothermen (mineralstoffarm, aber warm): Gut zur allgemeinen Entspannung und Regeneration.

Hinweis: Wenn Sie Thermalwasser für therapeutische Zwecke nutzen möchten (z. B. als Trinkkur), sollten Sie immer auf die spezifische Analyse der jeweiligen Quelle achten, da die Konzentrationen stark schwanken können.

0