Was unterscheidet Thermalwasser von normalem Leitungswasser?
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Der Hauptunterschied zwischen Thermalwasser und normalem Leitungswasser liegt in seiner Herkunft, der Temperatur und der mineralischen Zusammensetzung.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:
1. Die Temperatur (Definition)
Der entscheidende Faktor, damit Wasser als "Thermalwasser" bezeichnet werden darf, ist die Temperatur am Quellaustritt:
- Thermalwasser: Es muss bei der Entnahme aus der Quelle von Natur aus eine Temperatur von mindestens 20 °C haben. Es stammt meist aus sehr tiefen Erdschichten (je tiefer die Quelle, desto wärmer das Wasser).
- Leitungswasser: Hier spielt die Temperatur keine Rolle. Es wird meist als kühles Grund- oder Oberflächenwasser gewonnen und ist keinen gesetzlichen Temperaturnormen am Ursprung unterworfen.
2. Mineralstoffgehalt und Zusammensetzung
- Thermalwasser: Da es oft jahrtausendelang durch tief liegende Gesteinsschichten sickert, reichert es sich extrem stark mit Mineralien und Spurenelementen an (z. B. Schwefel, Magnesium, Calcium, Jod, Selen oder Lithium). Die Konzentration ist oft um ein Vielfaches höher als bei Trinkwasser.
- Leitungswasser: Es enthält zwar auch Mineralien, wird aber so aufbereitet, dass es geschmacksneutral und vor allem technisch unbedenklich ist. Zu viele Mineralien (wie z. B. sehr hoher Kalkgehalt) sind für Haushaltsgeräte eher unerwünscht.
3. Reinheit und Aufbereitung
- Thermalwasser: Es gilt als besonders rein, da es aus tiefen, geschützten Reservoirs stammt, die vor modernen Umwelteinflüssen abgeschirmt sind. Es wird meist in seiner natürlichen Form belassen, um die Heilwirkung nicht zu verändern.
- Leitungswasser: Es wird streng nach der Trinkwasserverordnung kontrolliert. Um es sicher trinkbar zu machen, darf es gefiltert und (in manchen Regionen) leicht chloriert werden, um Keime abzutöten. Es ist ein industriell überwachtes Lebensmittel.
4. Verwendungszweck
- Thermalwasser: Es wird primär für therapeutische Zwecke genutzt (Bäder, Inhalationen, Trinkkuren). Es hilft bei Hautproblemen (Neurodermitis, Schuppenflechte), Gelenkschmerzen, Rheuma oder zur Entspannung des Nervensystems. Auch in der Kosmetik (Sprays) ist es wegen seiner beruhigenden Wirkung beliebt.
- Leitungswasser: Es dient der täglichen Versorgung: Trinken, Kochen, Körperhygiene und Haushalt (Putzen, Wäsche waschen).
5. Rechtliche Einordnung
- Thermalwasser: Ist oft als Heilwasser staatlich anerkannt. Dafür muss durch wissenschaftliche Gutachten nachgewiesen werden, dass es eine heilende oder lindernde Wirkung auf die Gesundheit hat.
- Leitungswasser: Ist ein Lebensmittel, dessen Qualität so beschaffen sein muss, dass man es ein Leben lang ohne gesundheitliche Bedenken trinken kann.
Zusammenfassend: Während Leitungswasser ein sicherer Durstlöscher und Alltagsbegleiter ist, ist Thermalwasser ein "Naturprodukt aus der Tiefe" mit spezifischen chemischen Eigenschaften, das vor allem zur Heilung und Entspannung eingesetzt wird.