Warum ist die CO2-Bilanz von abgefülltem stillem Mineralwasser schlechter als die von Leitungswasser?

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Die CO2-Bilanz von abgefülltem Mineralwasser ist im Vergleich zu Leitungswasser dramatisch schlechter – oft liegt der Faktor zwischen 100 und 500 Mal höher.

Hier sind die Hauptgründe für diesen massiven Unterschied:

1. Die Verpackung (Produktion und Entsorgung)

Das ist einer der größten Faktoren. Um Mineralwasser zu verkaufen, muss eine Flasche hergestellt werden.

  • PET-Flaschen: Bestehen aus Erdöl. Die Herstellung ist energieintensiv und setzt bei der Produktion sowie beim (eventuellen) Recycling CO2 frei.
  • Glasflaschen: Sind zwar ökologisch oft besser, da sie oft (Mehrweg) genutzt werden, aber ihre Herstellung erfordert extrem hohe Temperaturen und damit viel Energie. Zudem sind sie schwerer, was den Transport belastet.
  • Leitungswasser: Benötigt keine Verpackung. Es fließt einfach aus dem Hahn in ein Glas oder eine bereits vorhandene Flasche.

2. Der Transport (Gewicht und Distanz)

Wasser ist schwer (1 Liter = 1 Kilogramm).

  • Mineralwasser: Es muss per LKW oder Bahn vom Brunnen zum Abfüller, dann zum Logistikzentrum, zum Supermarkt und schließlich zum Endverbraucher transportiert werden. Ein LKW, der kistenweise Wasser transportiert, verbraucht viel Diesel. Wenn man französisches oder italienisches Wasser in Deutschland kauft, ist die Bilanz durch die weiten Wege noch katastrophaler.
  • Leitungswasser: Es wird über ein hocheffizientes Rohrleitungssystem transportiert. Die Pumpen, die das Wasser zu den Haushalten befördern, verbrauchen zwar Strom, aber im Vergleich zum LKW-Transport ist dieser Energieaufwand verschwindend gering.

3. Reinigung und Aufbereitung

  • Mineralwasser: Mehrwegflaschen müssen nach der Rückgabe aufwendig mit heißem Wasser und Chemikalien gereinigt werden, bevor sie neu befüllt werden können. Einwegflaschen müssen geschreddert und neu eingeschmolzen werden.
  • Leitungswasser: Die kommunale Wasseraufbereitung (Filtern, Kontrolle) ist zwar auch ein industrieller Prozess, aber er ist auf riesige Mengen ausgelegt und energetisch hochgradig optimiert.

4. Kühlung und Lagerung

Mineralwasser wird in Supermärkten gelagert, oft in klimatisierten Hallen oder sogar in Kühlregalen. Leitungswasser lagert "passiv" in den Rohren unter der Erde, wo es auf natürliche Weise kühl bleibt, ohne dass zusätzliche Energie für eine Kühlkette aufgewendet werden muss.

Konkrete Zahlen (Beispiel Deutschland)

Untersuchungen (z. B. von gut-certified oder dem ESI) zeigen oft folgendes Bild:

  • Leitungswasser: verursacht ca. 0,35 Gramm CO2 pro Liter.
  • Mineralwasser (still, regional): verursacht ca. 200 Gramm CO2 pro Liter.
  • Mineralwasser (aus dem Ausland/weite Wege): kann über 400 Gramm CO2 pro Liter verursachen.

Fazit: Der größte Hebel für einen kleineren ökologischen Fußabdruck im Alltag ist der Umstieg von Flaschenwasser auf Leitungswasser. Es ist nicht nur klimafreundlicher, sondern auch deutlich günstiger und qualitativ (in Deutschland) eines der am besten kontrollierten Lebensmittel.

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