Was genau unterscheidet natürliches Mineralwasser von einfachem Leitungswasser?
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Der Unterschied zwischen natürlichem Mineralwasser und Leitungswasser ist in Deutschland streng gesetzlich geregelt. Während Leitungswasser ein technisches Produkt ist, das aus verschiedenen Quellen gemischt und aufbereitet werden darf, ist Mineralwasser ein reines Naturprodukt mit festen Herkunftsvorgaben.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:
1. Die rechtliche Grundlage
- Mineralwasser: Unterliegt der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MinTafelWV). Es ist das einzige Lebensmittel in Deutschland, das eine amtliche Anerkennung benötigt.
- Leitungswasser: Unterliegt der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Diese legt Grenzwerte für Schadstoffe fest, um sicherzustellen, dass das Wasser ein Leben lang bedenkenlos getrunken werden kann.
2. Herkunft und Reinheit
- Mineralwasser: Muss aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen. Es wird direkt am Quellort abgefüllt. Es muss von „ursprünglicher Reinheit“ sein.
- Leitungswasser: Rund 70 % stammen aus Grund- und Quellwasser, der Rest aus Oberflächenwasser (Flüsse, Talsperren) oder Uferfiltrat. Da es Umwelteinflüssen ausgesetzt sein kann, ist die ursprüngliche Reinheit nicht vorgeschrieben.
3. Behandlung und Aufbereitung
Dies ist einer der größten Unterschiede:
- Mineralwasser: Es darf so gut wie gar nicht behandelt werden. Erlaubt ist lediglich der Entzug von Eisen und Schwefel (aus optischen oder geschmacklichen Gründen) sowie der Entzug oder Zusatz von Kohlensäure. Es darf nicht chemisch gereinigt oder desinfiziert werden.
- Leitungswasser: Die Wasserwerke dürfen das Wasser mit verschiedenen Verfahren aufbereiten. Es darf gefiltert, belüftet und unter strengen Grenzwerten mit Chlor, Ozon oder UV-Licht desinfiziert werden, um Keime abzutöten.
4. Inhaltsstoffe und Mineralien
- Mineralwasser: Muss eine konstante Zusammensetzung an Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Diese stammen aus den Gesteinsschichten, durch die das Wasser versickert ist.
- Leitungswasser: Der Mineralstoffgehalt schwankt je nach Region und Herkunft des Wassers. Oft werden verschiedene Wässer gemischt, um die Härte oder den Geschmack anzupassen.
5. Kontrolle und Verantwortlichkeit
- Mineralwasser: Die Qualität wird direkt an der Quelle und in der Flasche kontrolliert. Die Verantwortung liegt beim Brunnenbetreiber.
- Leitungswasser: Die Wasserwerke garantieren die Qualität nur bis zum Hausanschluss. Für die Qualität des Wassers, das letztlich aus dem Hahn kommt, ist der Hauseigentümer verantwortlich (Stichwort: alte Bleirohre oder verkeimte Armaturen).
6. Ökologie und Preis
- Mineralwasser: Ist deutlich teurer (Transportwege, Reinigung der Flaschen, Verpackung).
- Leitungswasser: Ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland, kostet fast nichts (ca. 0,2 Cent pro Liter) und ist extrem umweltfreundlich, da kein Transport und kein Verpackungsmüll anfallen.
Zusammenfassung: Was ist besser?
- Leitungswasser ist ideal für den täglichen Durst, da es günstig, bequem verfügbar und von sehr hoher Qualität ist.
- Mineralwasser punktet durch seine ursprüngliche Reinheit (keine Aufbereitung) und oft durch einen spezifischen Gehalt an Mineralien (z. B. viel Kalzium oder Magnesium), den Leitungswasser in dieser Konzentration oft nicht bietet. Zudem bietet es die Sicherheit, dass es durch keine (vielleicht veralteten) Hausleitungen geflossen ist.