Ist Mineralwasser mit Sprudel bei Sodbrennen oder einem empfindlichen Magen ungeeignet?

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Ja, bei Sodbrennen oder einem empfindlichen Magen ist Mineralwasser mit Kohlensäure (Sprudel) in der Regel eher ungeeignet.

Hier sind die Gründe, warum Sprudelwasser bei diesen Beschwerden problematisch sein kann:

1. Druck auf den Schließmuskel (Reflux)

Die Kohlensäure im Wasser wird im Magen zu Gas. Dieses Gas dehnt den Magen aus und erhöht den Innendruck. Dieser Druck kann den unteren Speiseröhrenschließmuskel (den „Pförtner“) überfordern, sodass er sich öffnet. Die Folge: Magensäure steigt zusammen mit dem Gas in die Speiseröhre auf – es entsteht Sodbrennen.

2. Förderung der Säureproduktion

Kohlensäure ist, wie der Name schon sagt, eine Säure (wenn auch eine schwache). Sie kann die Magenschleimhaut reizen und die Belegzellen im Magen dazu anregen, noch mehr Magensäure zu produzieren. Bei einem ohnehin empfindlichen Magen oder einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) verstärkt dies die Schmerzen.

3. Aufstoßen

Das durch die Kohlensäure freigesetzte Kohlendioxid muss entweichen. Das häufige Aufstoßen befördert nicht nur Luft nach oben, sondern oft auch kleinste Mengen sauren Mageninhalts, was die Speiseröhre zusätzlich reizt.


Die Ausnahme: Wasser mit viel Hydrogencarbonat

Es gibt einen wichtigen Faktor, auf den man beim Etikett achten sollte: Hydrogencarbonat (Bicarbonat).

  • Einige Mineralwässer enthalten viel Hydrogencarbonat (über 1.300 mg/l).
  • Hydrogencarbonat wirkt basisch und kann überschüssige Magensäure neutralisieren.
  • Aber: Wenn dieses Wasser gleichzeitig viel Kohlensäure hat, überwiegen oft die negativen Effekte des Gases.

Was ist besser geeignet?

Wenn Sie unter Sodbrennen oder einem empfindlichen Magen leiden, sind folgende Getränke die bessere Wahl:

  1. Stilles Mineralwasser: Es enthält wichtige Mineralstoffe, reizt den Magen aber nicht mechanisch durch Gasbläschen.
  2. Leitungswasser: In Deutschland meist von sehr guter Qualität und völlig frei von Kohlensäure.
  3. Lauwarme Kräutertees: Fenchel-, Kümmel-, Anis- oder Kamillentee wirken beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.
  4. Heilwasser: Es gibt spezielle Heilwässer mit sehr hohem Hydrogencarbonat-Gehalt und wenig Kohlensäure, die gezielt gegen Sodbrennen eingesetzt werden.

Tipps für den Übergang

Falls Sie ungern auf Sprudel verzichten:

  • Wählen Sie die Variante „Medium“ (weniger Kohlensäure).
  • Rühren Sie das Wasser mit einem Löffel um, damit ein Teil der Kohlensäure entweicht.
  • Trinken Sie nicht zu kalt. Eiskalte Getränke sind ein zusätzlicher Stressfaktor für einen empfindlichen Magen.
  • Trinken Sie lieber über den Tag verteilt kleine Schlucke statt großer Mengen auf einmal.

Fazit: Bei akuten Beschwerden sollten Sie auf „Stilles Wasser“ umsteigen, um den Magen zu entlasten.

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