Können bestimmte Inhaltsstoffe in Halstabletten den Magen reizen oder Sodbrennen verursachen?

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Ja, bestimmte Inhaltsstoffe in Halstabletten können tatsächlich den Magen reizen oder Sodbrennen auslösen. Da man beim Lutschen den Wirkstoff zusammen mit dem Speichel schluckt, gelangt ein Teil davon direkt in den Magen.

Hier sind die häufigsten Auslöser für Magenbeschwerden durch Halstabletten:

1. Menthol und Pfefferminzöl

Menthol ist in sehr vielen Halstabletten enthalten, da es kühlt und leicht betäubt. Es hat jedoch eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur.

  • Das Problem: Menthol kann den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen (Ösophagussphinkter) lockern. Dadurch kann Magensäure leichter nach oben steigen, was zu Sodbrennen führt.

2. Zuckerersatzstoffe (Zuckeraustauschstoffe)

Die meisten modernen Halstabletten sind zuckerfrei und enthalten stattdessen Stoffe wie Sorbit, Isomalt, Maltit oder Xylit.

  • Das Problem: Diese Stoffe werden im Dünndarm nur langsam aufgenommen und binden Wasser. Bei empfindlichen Personen oder bei übermäßigem Verzehr können sie zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall führen.

3. Schmerzstillende Wirkstoffe (NSAR)

Einige Halstabletten enthalten Wirkstoffe wie Flurbiprofen (z. B. in Dobendan Direct). Dies gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zu der auch Ibuprofen gehört.

  • Das Problem: Diese Wirkstoffe hemmen die Produktion von Prostaglandinen, die normalerweise die Magenschleimhaut schützen. Bei empfindlichem Magen kann dies zu Reizungen, Magenschmerzen oder bei häufiger Anwendung sogar zu Gastritis führen.

4. Säuerungsmittel (Zitronensäure / Ascorbinsäure)

Um den Geschmack zu verbessern oder als Konservierungsmittel wird oft Zitronensäure (Citric Acid) oder Vitamin C (Ascorbinsäure) zugesetzt.

  • Das Problem: Die zusätzliche Säure kann bei Menschen, die ohnehin zu viel Magensäure haben, den Magen zusätzlich reizen und Sodbrennen verstärken.

5. Ätherische Öle (Eukalyptus, Thymian, Salbei)

Diese Öle wirken zwar antibakteriell und wohltuend für den Hals, können aber die Magenschleimhaut direkt reizen, wenn sie in konzentrierter Form geschluckt werden.


Tipps zur Vermeidung von Beschwerden:

  1. Nicht auf nüchternen Magen: Nehmen Sie Halstabletten (besonders die mit Wirkstoffen wie Flurbiprofen) lieber nach einer kleinen Mahlzeit ein.
  2. Alternativen wählen: Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, meiden Sie mentholhaltige Tabletten. Präparate mit Isländisch Moos oder Hyaluronsäure bilden eher einen Schutzfilm und sind meist magenfreundlicher.
  3. Dosierung beachten: Halten Sie sich strikt an die Packungsbeilage. Oft ist die maximale Anzahl pro Tag begrenzt (z. B. bei Flurbiprofen oft nur 5 Tabletten in 24 Stunden).
  4. Viel Wasser trinken: Das verdünnt die Inhaltsstoffe im Magen und spült die Speiseröhre nach.
  5. Hausmittel: Bei leichten Halsschmerzen können Gurgeln mit Salzwasser oder lauwarmer Salbeitee eine magenschonendere Alternative sein.

Wichtig: Wenn Sie nach der Einnahme starke Magenschmerzen oder anhaltendes Sodbrennen bekommen, sollten Sie das Präparat absetzen und gegebenenfalls einen Arzt oder Apotheker nach einer magenschonenden Alternative fragen.