Welche Inhaltsstoffe in Damenbinden können allergische Reaktionen auslösen?

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Allergische Reaktionen oder Irritationen durch Damenbinden sind gar nicht so selten. Man unterscheidet dabei meist zwischen einer echten Kontaktallergie (das Immunsystem reagiert auf einen Stoff) und einer Irritation (die Haut wird durch Reibung oder Feuchtigkeit gereizt).

Hier sind die häufigsten Inhaltsstoffe und Faktoren, die Reaktionen auslösen können:

1. Duftstoffe und Parfüm

Dies ist die häufigste Ursache für allergische Reaktionen. Viele Hersteller setzen Duftstoffe ein, um Menstruationsgerüche zu überdecken.

  • Warum problematisch? Duftstoffe gehören zu den potentesten Allergenen. Sie können Juckreiz, Rötungen und Brennen im Intimbereich verursachen.

2. Klebstoffe (Haftmittel)

Die Klebestreifen auf der Rückseite der Binde bestehen aus verschiedenen chemischen Verbindungen (oft auf Kolophonium- oder Harzbasis).

  • Warum problematisch? Wenn der Kleber nicht vollständig durch die Schutzschichten isoliert ist oder Reste davon an der Wäsche (und damit an der Haut) verbleiben, kann dies zu einer Kontaktallergie führen.

3. Kunststoffe und synthetische Oberflächen

Viele herkömmliche Binden haben eine Oberfolie aus Polyethylen oder Polypropylen (Plastik).

  • Warum problematisch? Diese Stoffe sind zwar selten direkt allergieauslösend, aber sie sind nicht atmungsaktiv. Es entsteht ein "Treibhauseffekt": Wärme und Feuchtigkeit stauen sich. Dies weicht die Haut auf und macht sie anfälliger für Reizungen, Bakterien und Pilzinfektionen.

4. Bleichmittel (Chlor)

Früher wurden Binden oft mit elementarem Chlor gebleicht, wobei Nebenprodukte wie Dioxine entstehen konnten.

  • Warum problematisch? Heute nutzen die meisten Hersteller chlorfreie Verfahren (TCF - Total Chlorine Free). Dennoch können Rückstände von Chemikalien bei sehr empfindlichen Personen Reizungen auslösen.

5. Superabsorber (SAP)

Das sind Polymere im Inneren der Binde, die ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufsaugen und in Gel verwandeln.

  • Warum problematisch? Wenn der Saugkern beschädigt ist und das Pulver direkt mit der Schleimhaut in Kontakt kommt, kann es extrem austrocknend wirken und die Hautbarriere schädigen.

6. Farbstoffe

Manche Binden haben aufgedruckte Muster oder farbige Indikatorstreifen.

  • Warum problematisch? Die verwendeten Farbpigmente können chemische Verbindungen enthalten, auf die manche Frauen allergisch reagieren.

7. Lotionen und Pflegestoffe

Einige Marken werben mit Zusätzen wie Aloe Vera oder Kamille in der Deckschicht.

  • Warum problematisch? Was gut gemeint ist, kann kontraproduktiv sein, da auch pflanzliche Extrakte oder Konservierungsmittel in diesen Lotionen Allergien auslösen können.

Woran erkenne ich eine Reaktion?

  • Starker Juckreiz im Bereich der Vulva.
  • Rötungen und Schwellungen (oft genau dort, wo die Binde aufliegt).
  • Brennendes Gefühl beim Wasserlassen.
  • Kleine Bläschen oder Pickelchen.

Was kann man tun?

  1. Duftstofffreie Produkte: Achten Sie auf den Hinweis „parfümfrei“ oder „ohne Duftstoffe“.
  2. Bio-Binden: Produkte aus Bio-Baumwolle (innen und außen) sind atmungsaktiver und verzichten meist auf Plastikoberflächen und aggressive Chemikalien.
  3. Chlorfrei gebleicht: Achten Sie auf das Siegel „TCF“ (Total Chlorine Free).
  4. Alternativen testen: Wenn Binden generell Probleme bereiten, könnten Menstruationstassen, Periodenunterwäsche aus Baumwolle oder Stoffbinden eine Lösung sein.
  5. Häufiges Wechseln: Um Feuchtigkeitsstau zu vermeiden, sollte die Binde alle 3–4 Stunden gewechselt werden.

Hinweis: Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Gynäkologe aufgesucht werden, um eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Vaginose auszuschließen, da die Symptome einer Allergie sehr ähnlich sein können.