Warum enthält stilles Mineralwasser keine oder nur sehr wenig Kohlensäure?
Dass stilles Mineralwasser keine oder nur sehr wenig Kohlensäure enthält, liegt an drei Hauptfaktoren: der natürlichen Quelle, der Aufbereitung durch den Abfüller und den gesetzlichen Definitionen.
Hier sind die Details:
1. Die natürliche Quelle
Mineralwasser stammt aus tiefen, unterirdischen Wasservorkommen. Je nach Region und Geologie nimmt das Wasser auf seinem Weg durch die Gesteinsschichten unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen und Gasen auf.
- Vulkanische Gebiete: In Regionen mit früherer vulkanischer Aktivität (z. B. der Eifel) ist oft viel natürliche Kohlensäure im Boden vorhanden, die sich im Wasser löst.
- Andere Regionen: Viele Quellen enthalten von Natur aus gar keine oder nur minimale Mengen an Kohlensäure. Wenn dieses Wasser abgefüllt wird, ist es von sich aus „still“.
2. Die Aufbereitung (Entgasung)
Auch wenn eine Quelle natürliche Kohlensäure enthält, kann der Hersteller entscheiden, diese zu entziehen. Das geschieht oft aus zwei Gründen:
- Kundenwunsch: Viele Menschen bevorzugen Wasser ohne Prickeln, da es als magenschonender empfunden wird oder man davon mehr trinken kann (z. B. beim Sport).
- Eisenentfernung: Mineralwasser muss oft enteisent werden, damit es in der Flasche nicht braun wird oder metallisch schmeckt. Bei diesem technischen Verfahren entweicht die natürliche Kohlensäure oft ohnehin oder wird gezielt entzogen.
3. Gesetzliche Kategorien
In Deutschland (gemäß der Mineral- und Tafelwasserverordnung) wird Mineralwasser meist in drei Kategorien unterteilt, die sich durch den Kohlensäuregehalt unterscheiden:
- Classic / Sprudel: Enthält viel Kohlensäure (ca. 7–8 Gramm pro Liter).
- Medium: Die Kohlensäure wurde teilweise entzogen oder ist von Natur aus moderat (ca. 4–5 Gramm pro Liter).
- Still / Naturell:
- Stilles Wasser enthält meist noch eine ganz geringe Menge Kohlensäure (oft unter 1 Gramm pro Liter), die zur Haltbarkeit und für einen frischen Geschmack beigetragen kann.
- Naturell ist meist komplett ohne Kohlensäurezusatz und hat oft gar kein Prickeln mehr.
4. Geschmackliche Gründe
Kohlensäure (CO₂) reagiert mit Wasser zu einer schwachen Säure (H₂CO₃). Das senkt den pH-Wert des Wassers und lässt es leicht säuerlich schmecken. Stilles Wasser schmeckt hingegen „weicher“ und neutraler, da die Säurekomponente fehlt. Dadurch kommen die Eigengeschmäcker der Mineralien (wie Calcium oder Magnesium) deutlicher hervor.
Zusammenfassend: Stilles Wasser ist entweder von Natur aus kohlensäurearm oder die Kohlensäure wurde bei der Abfüllung absichtlich entfernt, um den Bedürfnissen von Verbrauchern gerecht zu werden, die ein sanftes, nicht prickelndes Getränk suchen.