Greift die Kohlensäure im Mineralwasser auf Dauer den Zahnschmelz an?

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Die kurze Antwort lautet: Für gesunde Zähne ist Mineralwasser mit Kohlensäure in der Regel harmlos.

Obwohl Kohlensäure den Zahnschmelz theoretisch angreifen kann, ist das Risiko im Alltag sehr gering. Hier sind die Details, warum das so ist und worauf du dennoch achten solltest:

1. Der pH-Wert und die Kohlensäure

Kohlensäure entsteht, wenn Kohlendioxid (CO2) in Wasser gelöst wird. Dadurch sinkt der pH-Wert des Wassers in den sauren Bereich (meist zwischen 5 und 6). Zahnschmelz beginnt sich chemisch gesehen ab einem pH-Wert von etwa 5,5 aufzulösen. Rein theoretisch befindet sich Sprudelwasser also genau an der Grenze.

2. Warum es meistens unbedenklich ist

Es gibt zwei wichtige Faktoren, die deine Zähne schützen:

  • Der Speichel: Unser Speichel ist ein natürliches Schutzsystem. Er puffert Säuren ab und neutralisiert sie innerhalb kurzer Zeit. Zudem enthält Speichel Mineralien, die den Zahnschmelz remineralisieren.
  • Mineralien im Wasser: Viele Mineralwässer enthalten Calcium und Magnesium. Diese Mineralien wirken der säurebedingten Auflösung entgegen, da sie das Wasser sättigen und der Schmelz dadurch weniger stark angegriffen wird.

3. Der Vergleich mit Softdrinks und Säften

Im Vergleich zu anderen Getränken ist Mineralwasser völlig harmlos:

  • Softdrinks (Cola, Limo): Diese enthalten oft Phosphorsäure oder Zitronensäure (viel aggressiver) und zudem viel Zucker. Der pH-Wert liegt hier oft bei 2 bis 3.
  • Fruchtsäfte: Auch Fruchtsäfte (besonders Apfel- oder Orangensaft) haben einen deutlich niedrigeren pH-Wert und greifen den Schmelz viel stärker an als Sprudelwasser.

Wann könnte es doch zum Problem werden?

Es gibt Ausnahmen, bei denen man vorsichtig sein sollte:

  • Extremer Konsum über den Tag verteilt: Wer über viele Stunden hinweg ständig kleine Schlucke Sprudelwasser trinkt („Dauernippen“), gibt dem Speichel keine Zeit, den pH-Wert wieder anzuheben. Die Zähne befinden sich dann im Dauerkontakt mit einem leicht sauren Milieu.
  • Bereits geschädigter Zahnschmelz: Wenn der Zahnschmelz bereits sehr dünn ist oder eine Erosion vorliegt, kann auch die schwache Kohlensäure einen Beitrag zum weiteren Abbau leisten.
  • Zusätze: Sobald das Mineralwasser Geschmack hat (z. B. "Water mit einem Hauch Zitrone"), ist oft echte Zitronensäure enthalten. Das ist dann deutlich schädlicher für die Zähne als die reine Kohlensäure.

Tipps für den Alltag:

  1. Stilles Wasser bevorzugen, wenn man empfindliche Zähne hat: Wenn du bereits unter Erosionen leidest, ist stilles Wasser die sicherere Wahl.
  2. Trinken statt Nippen: Trinke lieber größere Mengen auf einmal, statt über Stunden hinweg jede Minute einen kleinen Schluck zu nehmen.
  3. Vorsicht bei aromatisiertem Wasser: Achte darauf, ob Säuerungsmittel (wie Zitronensäure) zugesetzt sind.
  4. Kombination mit Essen: Wenn du Sprudelwasser zum Essen trinkst, ist es völlig unbedenklich, da das Kauen den Speichelfluss anregt, der die Säure sofort neutralisiert.

Fazit: Du kannst dein Sprudelwasser weiterhin genießen. Die Gefahr durch Zucker und Fruchtsäuren ist um ein Vielfaches höher als die durch ein normales Glas Mineralwasser.