Warum kann der in vielen Magentees enthaltene Pfefferminzanteil bei Sodbrennen kontraproduktiv sein?
Dass Pfefferminze in Magentees bei Sodbrennen oft kontraproduktiv ist, liegt an einer spezifischen Wirkung ihrer Inhaltsstoffe (vor allem des Menthols) auf die Muskulatur.
Hier ist die Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch:
1. Erschlaffung des Schließmuskels (Sphinkter)
Das Hauptproblem ist, dass die ätherischen Öle der Pfefferminze eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur haben. Das ist bei Magenkrämpfen oder Blähungen sehr erwünscht.
Im Falle von Sodbrennen betrifft diese Entspannung jedoch auch den unteren Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinkter). Dieser Muskel fungiert als „Ventil“ zwischen Speiseröhre und Magen. Wenn er durch die Pfefferminze erschlafft, kann der saure Mageninhalt leichter nach oben in die Speiseröhre zurückfließen (Reflux).
2. Erhöhte Säureproduktion
In einigen Fällen können die ätherischen Öle der Pfefferminze die Belegzellen im Magen zusätzlich dazu anregen, mehr Magensäure zu produzieren. Bei einem bereits übersäuerten Magen oder einer gereizten Speiseröhre verstärkt dies das Brennen.
Wann hilft Pfefferminze trotzdem?
Pfefferminze ist kein „schlechter“ Tee, aber man muss die Ursache der Beschwerden kennen:
- Gut bei: Völlegefühl, Blähungen, leichten Krämpfen oder Übelkeit (da sie krampflösend und gallenflussfördernd wirkt).
- Schlecht bei: Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Refluxkrankheit oder Magenschleimhautentzündung (Gastritis).
Bessere Alternativen bei Sodbrennen
Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, sollten Sie eher zu Tees greifen, die die Schleimhäute schützen oder die Säure sanft regulieren:
- Kamillentee: Wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf die Magenschleimhaut.
- Fenchel-Anis-Kümmel-Tee: Wirkt verdauungsfördernd, ohne den Schließmuskel so stark zu lockern wie Pfefferminze.
- Eibischwurzel oder Malve: Diese enthalten Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm über die Speiseröhre legen.
- Hafertee: Sehr mild und säurebindend.
Fazit: Wer zu Reflux neigt, sollte „klassische“ Magentees genau prüfen. Enthält die Mischung einen hohen Anteil an Pfefferminze, kann das die Symptome des Sodbrennens eher verschlimmern als lindern.