Kann der Süßholzwurzelanteil in manchen Magentees den Blutdruck erhöhen?

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Ja, das ist tatsächlich möglich. Süßholzwurzel kann bei regelmäßigem oder übermäßigem Verzehr den Blutdruck erhöhen.

Hier ist die Erklärung, warum das so ist und worauf du achten solltest:

1. Der Wirkstoff: Glycyrrhizin

Süßholzwurzel enthält den Inhaltsstoff Glycyrrhizin. Dieser Stoff verleiht der Wurzel (und damit auch Lakritz) den süßen Geschmack und hat entzündungshemmende Eigenschaften, weshalb er oft in Magen-Darm-Tees oder Erkältungstees verwendet wird.

2. Der Mechanismus im Körper

Glycyrrhizin greift in den Hormonhaushalt der Niere ein. Es hemmt ein bestimmtes Enzym (11-beta-HSD2), das normalerweise dafür sorgt, dass das Stresshormon Cortisol abgebaut wird.

  • Wird dieses Enzym blockiert, steigt der Cortisolspiegel in der Niere.
  • Das Cortisol wirkt dann ähnlich wie das Hormon Aldosteron: Es sorgt dafür, dass der Körper Natrium und Wasser zurückhält und gleichzeitig Kalium ausscheidet.
  • Die Folge: Das Blutvolumen nimmt zu, der Druck in den Gefäßen steigt und der Kaliumspiegel sinkt.

3. Ab welcher Menge wird es kritisch?

Das hängt stark von der individuellen Empfindlichkeit ab. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geben folgende Richtwerte:

  • Ein dauerhafter Konsum von mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag kann bei empfindlichen Personen bereits zu Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödemen) und Muskelschwäche führen.
  • In einer Tasse Magentee ist die Menge oft moderat, aber wer täglich mehrere Tassen über einen Zeitraum von zwei Wochen oder länger trinkt, kann bereits eine Wirkung auf den Blutdruck feststellen.

4. Wer sollte vorsichtig sein?

Besonders aufpassen sollten Personen, die:

  • Bereits unter Bluthochdruck leiden.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
  • An einem Kaliummangel leiden.
  • Bestimmte Medikamente einnehmen (z. B. Entwässerungsmittel/Diuretika oder Herzmedikamente wie Digitalis-Glykoside), da die Wechselwirkungen gefährlich sein können.
  • Schwanger sind (hoher Konsum kann die Entwicklung des Kindes beeinflussen).

Worauf man beim Kauf achten kann:

  • Zutatenliste prüfen: Schau auf die Packung deines Magentees. Süßholzwurzel (lat. Liquiritiae radix) steht bei vielen Kräuterteemischungen (auch "Basentees" oder "Fastentees") oft weit oben in der Liste, da sie den Geschmack abrundet.
  • Warnhinweis: Ab einem gewissen Gehalt müssen Hersteller in der EU den Hinweis "Enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden" auf die Packung drucken.

Fazit: Wenn du gelegentlich eine Tasse Magentee mit Süßholz trinkst, ist das für gesunde Menschen meist unbedenklich. Wenn du jedoch zu hohem Blutdruck neigst, solltest du den Tee nicht als Dauergetränk nutzen oder auf Sorten ohne Süßholz umsteigen (z. B. reiner Fenchel-Anis-Kümmel-Tee).

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keinen ärztlichen Rat.