Welche Schäden können entstehen, wenn man herkömmliches Leitungswasser statt Wischwasser-Konzentrat verwendet?

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Die Verwendung von reinem Leitungswasser anstelle von speziellem Scheibenwischer-Konzentrat (oder einer fertigen Mischung) kann kurz- und langfristig zu verschiedenen Schäden und Sicherheitsrisiken führen.

Hier sind die wichtigsten Punkte:

1. Frostschäden (im Winter kritisch)

Dies ist das gefährlichste Risiko. Da Leitungswasser keinen Frostschutz enthält, gefriert es bei 0 °C.

  • Platzende Leitungen und Behälter: Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Dies kann den Kunststoffbehälter sprengen oder die Schläuche von den Verbindungen drücken bzw. zum Reißen bringen.
  • Zerstörung der Pumpe: Wenn das Wasser in der Waschwasserpumpe gefriert und man versucht, die Reinigung zu betätigen, kann der Elektromotor der Pumpe durchbrennen oder das Gehäuse der Pumpe platzen.
  • Eis auf der Scheibe: Wenn man während der Fahrt bei Frost versucht zu sprühen, gefriert das Wasser sofort auf der kalten Scheibe und raubt einem jegliche Sicht (Blindflug).

2. Verkalkung

Leitungswasser enthält je nach Region unterschiedlich viel Kalk (Calcium- und Magnesiumcarbonate).

  • Verstopfte Düsen: Die feinen Spritzdüsen (besonders moderne Fächerdüsen) setzen sich mit Kalk zu. Das Spritzbild verschlechtert sich oder die Düse fällt komplett aus.
  • Ablagerungen im System: Kalk lagert sich auch in den Schläuchen und in der Pumpe ab, was deren Lebensdauer verkürzt.

3. Mangelnde Reinigungswirkung und Schlierenbildung

Leitungswasser allein hat kaum Lösekraft gegen typischen Straßenschmutz.

  • Fett und Insekten: Insektenreste, Baumharz und Ölfilme werden durch reines Wasser nur verschmiert statt gelöst. Dies führt zu gefährlichen Schlieren, besonders bei Gegenlicht oder Nachtfahrten.
  • Beschädigung der Wischerblätter: Ohne die Schmierstoffe, die in Konzentraten enthalten sind, ist die Reibung zwischen Wischergummi und Glas höher. Das führt zu einem schnelleren Verschleiß der Wischerblätter (sie werden spröde oder reißen ein).

4. Bakterienbildung (Legionellen-Gefahr)

In stehendem, ungeschütztem Wasser können sich Bakterien vermehren.

  • Gesundheitsrisiko: Da das Wischwasser oft über die Lüftung in den Innenraum gelangt (als feiner Nebel beim Sprühen), besteht ein theoretisches Risiko, Legionellen einzuatmen. Scheibenreiniger-Zusätze wirken meist antibakteriell und verhindern dieses Wachstum.
  • Algenbildung: In hellen Behältern kann es bei reinem Wasser zu Algenbildung kommen, was wiederum die Filter und Düsen verstopft.

5. Fehlende Schmierung

Die im Konzentrat enthaltenen Tenside und Additive dienen auch als Schmiermittel für die kleine Elektropumpe im Wischwassertank. Fehlt diese Schmierung, läuft die Pumpe "trocken" und verschleißt deutlich schneller.

Fazit & Empfehlung:

  • Im Sommer: Man kann Leitungswasser verwenden, sollte aber immer einen Sommer-Zusatz (Konzentrat) hinzufügen. Dieser enthält Kalklöser und Tenside gegen Insektenreste.
  • Im Winter: Verwende niemals reines Wasser. Ein Frostschutz-Zusatz ist zwingend erforderlich.
  • Bei sehr hartem Wasser: Wenn dein Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, empfiehlt es sich sogar, das Konzentrat mit destilliertem Wasser zu mischen, um die Düsen zu schonen.

Kurztipp: Ein günstiges Fläschchen Sommer-Konzentrat kostet oft weniger als 2 Euro und verhindert bereits die meisten der oben genannten Probleme.