Wie schädigt die im Apfelsaft enthaltene Säure den Zahnschmelz?

Melden

Die Schädigung des Zahnschmelzes durch Apfelsaft erfolgt durch einen chemischen Prozess, den man Erosion nennt. Hier ist die schrittweise Erklärung, wie das passiert:

1. Der niedrige pH-Wert (Säuregehalt)

Apfelsaft enthält natürliche Fruchtsäuren, vor allem Äpfelsäure und in geringeren Mengen Zitronensäure. Diese Säuren senken den pH-Wert im Mund stark ab.

  • Der Zahnschmelz beginnt sich bereits bei einem pH-Wert von etwa 5,5 aufzulösen.
  • Apfelsaft hat meist einen pH-Wert zwischen 3,3 und 4,0, liegt also deutlich im kritischen Bereich.

2. Die Demineralisierung

Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und besteht zu etwa 95 % aus dem Mineral Hydroxylapatit (einer Verbindung aus Calcium und Phosphat). Wenn die Säure des Apfelsafts auf den Zahn trifft, passiert Folgendes:

  • Die Wasserstoffionen der Säure lösen die Calcium- und Phosphat-Ionen aus der Kristallstruktur des Zahnschmelzes heraus.
  • Diesen Vorgang nennt man Demineralisierung. Die Oberfläche des Zahns wird dadurch mikroskopisch weich und porös.

3. Der Verlust von Zahnsubstanz

Im Gegensatz zu Karies, bei der Bakterien die Säure aus Zucker produzieren, greift die Säure im Saft den Zahnschmelz direkt und großflächig an.

  • Wird der Saft über einen längeren Zeitraum oder in kleinen Schlucken (z. B. aus einer Nuckelflasche bei Kindern) getrunken, hat der Speichel keine Zeit, die Säure zu neutralisieren.
  • Wird die aufgeweichte Schicht mechanisch belastet – zum Beispiel durch zu schnelles Zähneputzen nach dem Trinken –, wird der weiche Schmelz regelrecht weggeputzt. Mit der Zeit wird die Schmelzschicht immer dünner.

4. Die Rolle des Speichels (Remineralisierung)

Normalerweise ist der Speichel der Schutzschild der Zähne. Er enthält Mineralien (Calcium und Phosphat), die er wieder in den Schmelz einlagern kann (Remineralisierung), und er puffert (neutralisiert) die Säure. Bei häufigem Konsum von Apfelsaft kommt der Speichel jedoch nicht gegen die ständigen Säureangriffe an.


Tipps, um die Schäden zu minimieren:

  1. Schorle statt pur: Mischen Sie den Saft mit calciumreichem Mineralwasser. Das verdünnt die Säure und hebt den pH-Wert.
  2. Nicht nippen: Trinken Sie den Saft lieber zügig zu einer Mahlzeit, statt über den ganzen Tag verteilt immer wieder kleine Schlucke zu nehmen.
  3. Warten mit dem Putzen: Putzen Sie die Zähne nicht direkt nach dem Trinken von Apfelsaft. Warten Sie mindestens 30 bis 60 Minuten, damit der Speichel den Schmelz erst wieder härten kann.
  4. Mund ausspülen: Ein Schluck Wasser nach dem Saft hilft, die Säure schneller wegzuspülen.
  5. Strohhalm benutzen: So gelangt weniger Flüssigkeit direkt an die Außenflächen der Zähne.