Enthält Meersalz Rückstände von Mikroplastik?

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Ja, Meersalz enthält nachweislich Rückstände von Mikroplastik.

Da Meersalz durch das Verdampfen von Meerwasser gewonnen wird, bleiben alle im Wasser enthaltenen unlöslichen Stoffe – also auch kleinste Kunststoffpartikel – im Salz zurück. Da die Weltmeere heute flächendeckend mit Plastikabfällen belastet sind, lässt sich Mikroplastik mittlerweile in fast allen Meersalz-Marken weltweit nachweisen.

Hier sind die wichtigsten Details dazu:

1. Wie gelangt das Plastik ins Salz?

Plastikmüll im Ozean (Flaschen, Tüten, Fischernetze) zersetzt sich durch UV-Strahlung und Wellenbewegung in immer kleinere Fragmente. Diese Partikel sind oft so winzig, dass sie bei der herkömmlichen Gewinnung von Meersalz in Salinen nicht herausgefiltert werden können. Wenn das Wasser verdunstet, konzentrieren sich die Plastikpartikel im Endprodukt.

2. Wie viel Mikroplastik wurde gefunden?

Unterschiedliche Studien (u. a. aus Südkorea, China und Europa) kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, je nach Herkunft des Salzes:

  • Im Durchschnitt wurden in Meersalz etwa 500 bis 700 Partikel pro Kilogramm gefunden.
  • Einige Proben aus besonders belasteten Regionen (vor allem in Asien) enthielten sogar mehrere tausend Partikel pro Kilogramm.
  • Die am häufigsten gefundenen Kunststoffe sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET).

3. Ist das gesundheitsschädlich?

Bisher gibt es keine abschließenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Mengen an Mikroplastik, die wir über Salz aufnehmen, akut gesundheitsgefährdend sind.

  • Verhältnismäßigkeit: Ein Mensch nimmt über Meersalz pro Jahr schätzungsweise etwa 2.000 Mikroplastik-Partikel auf. Im Vergleich dazu nehmen wir über das Trinken von Wasser aus Plastikflaschen oder über den Hausstaub in der Luft weitaus größere Mengen auf.
  • Dennoch warnen Forscher vor den langfristigen Auswirkungen, da Plastikpartikel Schadstoffe anlagern oder Weichmacher enthalten können.

4. Gibt es plastikfreies Salz?

Wer Mikroplastik im Salz vermeiden möchte, hat eine einfache Alternative:

  • Steinsalz (z. B. aus deutschen Bergwerken oder "Himalaya-Salz"): Dieses Salz entstand vor Jahrmillionen durch das Austrocknen von Urmeeren. Da es tief in der Erde gelagert ist und lange vor der Erfindung von Kunststoffen entstand, ist es von Natur aus frei von Mikroplastik.
  • Gereinigtes Salz: Manche Hersteller bieten mittlerweile speziell gefilterte Meersalze an, bei denen versucht wird, die Partikel mechanisch zu entfernen, was jedoch aufwendig ist.

Fazit: Meersalz ist fast immer mit Mikroplastik belastet. Wer dies komplett umgehen möchte, sollte zu Steinsalz greifen.

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