Welche Rückstände von Mineralölkomponenten (MOSH/MOAH) werden häufig in Margarineprodukten nachgewiesen?
In Margarineprodukten werden regelmäßig zwei Hauptgruppen von Mineralölrückständen nachgewiesen, die unter den Sammelbegriffen MOSH und MOAH bekannt sind. Da Margarine ein fettreiches Produkt ist, nimmt sie diese lipophilen (fettliebenden) Substanzen besonders leicht auf.
Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der Rückstände:
1. MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons)
Dies sind gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe. Sie stellen meist den weitaus größten Teil der Verunreinigungen dar.
- Häufigkeit: MOSH werden in fast allen Margarineproben in unterschiedlichen Konzentrationen gefunden.
- Eigenschaften: Sie reichern sich im menschlichen Körper an (insbesondere im Fettgewebe, in der Lymphknoten, der Milz und der Leber).
- Herkunft: Oft stammen sie aus Schmierölen der Produktionsanlagen oder aus den verwendeten Kunststoffverpackungen (z. B. Polypropylen-Becher).
2. MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons)
Dies sind aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.
- Häufigkeit: Sie werden seltener und meist in geringeren Mengen als MOSH nachgewiesen, sind aber weitaus kritischer.
- Gefahrenpotenzial: Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) stuft MOAH als potenziell krebserregend und erbgutverändernd ein. Daher gilt hier das Minimierungsgebot: Sie sollten idealerweise gar nicht nachweisbar sein.
- Besonderheit: In Tests (z. B. von Öko-Test oder Stiftung Warentest) führen bereits geringe Spuren von MOAH oft zu einer massiven Abwertung des Produkts.
Woher kommen diese Rückstände in der Margarine?
Die Kontamination kann entlang der gesamten Lieferkette erfolgen:
- Rohstoffe: Bereits die pflanzlichen Öle (Palmöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl) können verunreinigt sein, z. B. durch Abgase von Erntemaschinen, Pestizide auf Mineralölbasis oder den Transport in gebrauchten Übersee-Containern.
- Produktion: Während der Raffination oder beim Mischen können Schmieröle von Maschinen oder technische Hilfsmittel in das Produkt gelangen.
- Verpackung:
- Recyclingkarton: Wenn Margarine-Becher in Umkartons aus Recyclingpapier gelagert werden, können Mineralöle aus den Druckfarben der alten Zeitungen in das Produkt "ausgasen".
- Kunststoffbecher: Auch Additive in den Plastikbechern selbst können Quellen sein.
Welche Kettenlängen werden gemessen?
In Labors wird meist auf Kohlenwasserstoff-Kettenlängen im Bereich von C10 bis C50 getestet. Besonders relevant für die Beurteilung in Lebensmitteln sind Rückstände im Bereich von C16 bis C35, da diese als besonders migrationsfähig und biologisch relevant gelten.
Aktuelle Situation und Grenzwerte
- Es gibt bisher keine strengen gesetzlichen Grenzwerte auf EU-Ebene für MOSH in Lebensmitteln, aber es gibt Richtwerte und Orientierungswerte (insbesondere für MOAH gibt es EU-weite Empfehlungen für den Rückzug von Produkten aus dem Markt, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden).
- Verbraucherschutzorganisationen kritisieren regelmäßig, dass viele Margarinen – auch Bio-Produkte – immer noch "leicht erhöht" oder "erhöht" belastet sind, obwohl die Hersteller die Werte durch bessere Produktionshygiene bereits deutlich senken konnten.
Zusammenfassend: In Margarine finden sich vor allem MOSH (C16-C35) als häufigster Rückstand und gelegentlich die gefährlicheren MOAH, die oft durch technische Prozesse oder die Rohstoffgewinnung eingetragen werden.