Sind in TK-Himbeeren häufiger Rückstände von Pestiziden zu finden als in frischen Beeren?

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Die kurze Antwort lautet: Sowohl frische als auch tiefgekühlte (TK) Himbeeren aus konventionellem Anbau sind häufig mit Pestizidrückständen belastet. Es gibt jedoch Unterschiede in der Art der Belastung und den Ursachen.

Hier ist eine detaillierte Analyse der Situation:

1. Das Problem der „Pestizid-Cocktails“ bei TK-Ware

Untersuchungen (unter anderem von Öko-Test und den staatlichen Untersuchungsämtern) zeigen regelmäßig, dass in Tiefkühlbeeren oft viele verschiedene Pestizide gleichzeitig gefunden werden.

  • Der Grund: TK-Beeren werden oft in riesigen Chargen industriell verarbeitet. Dabei werden Früchte von verschiedenen Feldern und oft sogar von verschiedenen Produzenten (z. B. aus Serbien, Polen oder Marokko) gemischt. Wenn jede Farm ein anderes Spritzmittel verwendet, summieren sich diese im Endprodukt zu einem "Cocktail".
  • Das Problem: Die gesetzlichen Grenzwerte gelten meist nur für den einzelnen Stoff. Die Wechselwirkungen von 5, 10 oder mehr verschiedenen Pestiziden auf den menschlichen Körper sind bisher kaum erforscht.

2. Belastung bei frischen Himbeeren

Frische Himbeeren sind sehr empfindlich und anfällig für Schimmel. Um sie transportfähig zu halten, werden sie oft kurz vor der Ernte mit Fungiziden (Mitteln gegen Pilzbefall) behandelt.

  • Saisonalität: Frische Beeren, die im Winter aus Übersee oder dem südlichen Ausland kommen, weisen tendenziell höhere Rückstände auf als regionale Beeren während der Hauptsaison.
  • Einzelproben: Bei frischen Beeren findet man oft eine höhere Konzentration eines bestimmten Mittels, während bei TK-Ware eher viele verschiedene Mittel in geringerer Einzeldosis vorkommen.

3. Was sagen aktuelle Tests?

Daten der Lebensmittelüberwachung (z.B. CVUA Stuttgart) zeigen:

  • Himbeeren gehören generell zu den Obstsorten, die häufiger beanstandet werden als andere (ähnlich wie Erdbeeren oder Johannisbeeren).
  • In einem Test von Öko-Test (2023) fielen viele TK-Himbeeren durch, weil sie zu viele verschiedene Pestizide enthielten, darunter auch solche, die in der EU teilweise kritisch gesehen werden oder deren Zulassung ausgelaufen ist (wenn die Ware aus Nicht-EU-Ländern stammt).

4. Ein weiteres Problem bei TK-Himbeeren: Viren

Unabhängig von Pestiziden gibt es bei TK-Himbeeren ein spezifisches Problem, das frische Ware seltener betrifft: Noroviren oder Hepatitis A. Da die Beeren für die Tiefkühlung oft mit verunreinigtem Wasser gewaschen oder von Infizierten gepflückt werden, gab es in der Vergangenheit immer wieder Rückrufe. Die Viren überleben den Gefrierprozess problemlos.

Fazit und Empfehlungen

Man kann nicht pauschal sagen, dass TK-Himbeeren immer stärker belastet sind als frische, aber sie enthalten häufiger eine größere Vielfalt an Pestiziden.

So minimieren Sie das Risiko:

  1. Bio-Ware kaufen: Dies ist der sicherste Weg. Sowohl bei frischen als auch bei TK-Himbeeren sind Pestizide im Öko-Landbau verboten. Bio-Beeren schneiden in Tests regelmäßig mit „sehr gut“ ab.
  2. Saisonal & Regional: Kaufen Sie frische Himbeeren am besten nur im Sommer aus der Region.
  3. TK-Beeren erhitzen: Um das Risiko von Noroviren zu eliminieren, sollten TK-Beeren für mindestens zwei Minuten auf über 90 Grad erhitzt werden (z. B. in einer Sauce oder im Milchreis). Gegen Pestizide hilft das Erhitzen allerdings nicht.
  4. Waschen: Frische Beeren sollten Sie immer vorsichtig waschen, auch wenn das bei den empfindlichen Früchten schwierig ist. Es entfernt zumindest einen Teil der oberflächlichen Rückstände.
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