Ist die CO2-Bilanz von importiertem Meersalz schlechter als die von regionalem Steinsalz?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, in der Regel hat regionales Steinsalz eine bessere CO2-Bilanz als importiertes Meersalz.

Obwohl die Gewinnung von Meersalz durch Sonnenenergie theoretisch sehr emissionsarm ist, macht der Transportweg bei einem so schweren und günstigen Gut wie Salz den entscheidenden Unterschied in der Ökobilanz aus.

Hier ist die detaillierte Analyse der Faktoren:

1. Die Gewinnung (Vorteil: Meersalz)

  • Meersalz: Es wird in Salinen gewonnen, indem Meerwasser in Becken geleitet wird und durch Sonne und Wind verdunstet. Dieser Prozess benötigt kaum künstliche Energie.
  • Steinsalz: Es muss im Bergbau (unter Tage) abgebaut werden. Das erfordert Energie für Bohrhammer, Sprengungen, Förderbänder und Belüftungssysteme in den Minen.
  • Zwischenfazit: Rein bei der Gewinnung ("am Werkstor") liegt das Meersalz vorne.

2. Der Transport (Vorteil: Regionales Steinsalz)

Dies ist der entscheidende Faktor. Salz ist ein schweres Schüttgut.

  • Regionales Steinsalz: In Deutschland gibt es riesige Steinsalzvorkommen (z. B. in Heilbronn, Berchtesgaden oder Bernburg). Die Transportwege zum deutschen Verbraucher sind kurz (oft unter 300–500 km) und erfolgen oft per Bahn oder LKW.
  • Importiertes Meersalz: Meersalz kommt meist aus dem Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Italien) oder sogar aus Übersee.
    • Selbst wenn es per Schiff kommt (was pro Tonnenkilometer effizienter ist als ein LKW), summieren sich die Emissionen über Tausende Kilometer.
    • Der "letzte Kilometer" vom Hafen zum Supermarkt erfolgt dann wieder per LKW.
  • Vergleich: Der Transport von Meersalz aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland verursacht etwa 3- bis 10-mal mehr CO2 als der Transport von Steinsalz aus heimischen Bergwerken.

3. Die Verarbeitung

Beide Salzarten müssen gereinigt, gemahlen und verpackt werden.

  • Steinsalz wird oft nur mechanisch zerkleinert und gesiebt.
  • Meersalz muss manchmal zusätzlich gewaschen und getrocknet werden (oft mit fossilen Brennstoffen), um Restfeuchte zu entfernen, was den energetischen Vorteil der Sonnennutzung wieder schmälert.

Sonderfall: "Fleur de Sel"

Edle Meersalze wie Fleur de Sel haben eine noch schlechtere Bilanz. Sie werden in Handarbeit geerntet, haben oft weite Transportwege und werden in aufwendigen kleinen Tiegeln oder Glasdosen verpackt, was den ökologischen Fußabdruck pro Kilo Salz massiv erhöht.

Zusammenfassung der CO2-Werte (Schätzwerte)

Die genauen Werte variieren je nach Studie, aber die Tendenz ist klar:

  • Regionales Steinsalz: ca. 20–50 g CO2 pro kg.
  • Meersalz (Import Mittelmeer): ca. 100–250 g CO2 pro kg.
  • Spezialsalze aus Übersee (z.B. Hawaii, Himalaya-Salz aus Pakistan): Können deutlich über 500 g CO2 pro kg liegen, primär wegen der extrem langen Transportwege.

Fazit

Wenn Sie auf die CO2-Bilanz achten, ist regionales Steinsalz (oft einfach als "Speisesalz" oder "Urmeersalz" deklariert) die beste Wahl. Es ist chemisch gesehen fast identisch mit Meersalz (beides ist Natriumchlorid), schont aber durch die kurzen Wege das Klima. Zudem ist Steinsalz vor Mikroplastik geschützt, da es in Erdschichten lagert, die lange vor der Verschmutzung der Meere entstanden sind.

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