Warum gibt es Meersalz in verschiedenen Farben wie Grau oder Rosa?

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Meersalz ist von Natur aus nicht immer reinweiß. Die verschiedenen Farben entstehen durch Mineralien, Algen oder die Beschaffenheit des Bodens in den Gebieten, in denen das Salz gewonnen wird. Reines Natriumchlorid ist farblos oder weiß; jede Abweichung davon deutet auf „Verunreinigungen“ hin, die jedoch oft als Qualitätsmerkmal und Geschmacksträger geschätzt werden.

Hier sind die Gründe für die gängigsten Farben:

1. Graues Meersalz (z. B. Sel Gris aus Frankreich)

Die graue Farbe ist typisch für Salze aus der Bretagne (z. B. Guerande).

  • Ursache: Das Salz wird in Becken gewonnen, deren Boden aus natürlichem Ton oder Lehm besteht.
  • Prozess: Beim Auskristallisieren kommt das Salz mit dem grauen Ton am Boden der Saline in Kontakt. Winzige Partikel dieses Tons vermischen sich mit dem Salz.
  • Besonderheit: Graues Salz ist meist etwas feuchter und enthält mehr Magnesium und Spurenelemente als industriell gereinigtes Salz.

2. Rosa Meersalz (und das berühmte „Himalaya-Salz“)

Hier muss man unterscheiden:

  • Himalaya-Salz: Es ist eigentlich kein Meersalz im modernen Sinne, sondern Steinsalz aus alten, ausgetrockneten Meeren. Die rosa Farbe stammt von Eisenoxiden (ähnlich wie Rost).
  • Echtes rosa Meersalz: Manches Meersalz erhält seine Farbe durch die Alge Dunaliella salina. Diese Alge produziert Beta-Carotin (einen rötlichen Farbstoff), um sich vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. In Gegenden mit hoher Algenkonzentration nehmen die Salzkristalle diesen Schimmer an.

3. Rotes Meersalz (z. B. Hawaii-Salz)

Dieses Salz ist oft tiefrot oder ziegelrot.

  • Ursache: Es wird mit vulkanischer Tonerde (namens Alaea) vermischt.
  • Hintergrund: Auf Hawaii hat dies eine lange Tradition. Die Tonerde ist reich an Eisenoxid und verleiht dem Salz einen erdigen Geschmack.

4. Schwarzes Meersalz (z. B. aus Hawaii oder Zypern)

  • Ursache: Die schwarze Farbe entsteht durch den Zusatz von Aktivkohle.
  • Hintergrund: Ursprünglich gelangte die Kohle durch vulkanische Prozesse ins Salz. Heute wird oft gereinigte Aktivkohle hinzugefügt, was dem Salz eine besondere Optik und eine leicht rauchige Note verleiht. Es wird oft als „Lava-Salz“ vermarktet.

5. Gelbliches oder bräunliches Salz

Dies deutet oft auf einen hohen Anteil an organischen Resten (Algenpartikel) oder spezifische Mineralienkonzentrationen hin, die nicht durch Raffination entfernt wurden.


Zusammenfassung: Macht die Farbe einen Unterschied?

  • Geschmack: Ja. Die Beistoffe (Ton, Eisen, Algen) verändern das Aroma. Graues Salz schmeckt oft „nach Meer“, rotes Salz eher erdiger.
  • Gesundheit: Der Anteil an Mineralien in farbigem Salz ist zwar höher als in weißem Kochsalz, aber im Vergleich zur täglichen Ernährung so gering, dass er physiologisch kaum eine Rolle spielt. Man müsste kiloweise Salz essen, um den Mineralstoffbedarf zu decken – was wiederum schädlich wäre.
  • Küche: Viele Profiköche nutzen farbige Salze vor allem als „Finish“ (zum Bestreuen kurz vor dem Servieren), da sie optisch sehr dekorativ sind und eine besondere Textur (Crunch) haben.