Warum verschlechtert der hohe Wasseranteil in Flüssigseife die CO2-Bilanz beim Transport?
Der hohe Wasseranteil in Flüssigseife (der oft bei 80 bis 90 % liegt) verschlechtert die CO2-Bilanz beim Transport aus drei Hauptgründen: Gewicht, Volumen und Verpackung.
Hier ist die detaillierte Erklärung:
1. Das unnötige Gewicht („Totes Gewicht“)
Wasser ist schwer (1 Liter wiegt 1 Kilogramm). Da Flüssigseife zum Großteil aus Wasser besteht, transportieren LKWs, Schiffe oder Züge faktisch tonnenweise Wasser von der Fabrik zum Supermarkt und schließlich zum Endverbraucher.
- Das Problem: Um dieses zusätzliche Gewicht zu bewegen, wird mehr Energie (meist in Form von Diesel) benötigt. Höherer Kraftstoffverbrauch führt direkt zu höheren CO2-Emissionen.
- Der Vergleich: Bei fester Seife oder Seifenpulver wird nur der Wirkstoff transportiert. Das Wasser fügt der Nutzer erst zu Hause am Wasserhahn hinzu.
2. Geringere Packungsdichte (Volumen)
Flüssigkeiten benötigen starre Behälter (meist Flaschen), die sich nicht so effizient stapeln lassen wie kompakte Seifenstücke.
- Das Problem: In einen Standard-LKW passen deutlich weniger „Waschanwendungen“ in flüssiger Form als in fester Form.
- Die Folge: Man braucht für die gleiche Menge an Sauberkeit viel mehr LKW-Fahrten. Ein LKW voller Stückseife kann so viele Händewaschvorgänge ermöglichen wie etwa 10 bis 15 LKWs mit Flüssigseife.
3. Aufwendigere Verpackung
Flüssigkeiten müssen auslaufsicher verpackt werden.
- Das Problem: Das erfordert in der Regel stabile Kunststoffflaschen (meist aus Polyethylen oder PET) und oft zusätzliche Pumpmechanismen aus verschiedenen Kunststoffarten und Metallfedern, die schwer zu recyceln sind.
- CO2-Aspekt: Die Herstellung dieser Plastikverpackungen ist energieintensiv und basiert auf Erdöl. Da die Flaschen wegen des Wassergehalts groß sein müssen, fällt pro Gramm aktiver Waschsubstanz massiv mehr Verpackungsmüll und damit verbundenes CO2 an als bei einem Stück Seife (das oft nur in dünnem Papier eingewickelt ist).
Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung:
Stell dir vor, du kaufst 250 ml Flüssigseife. Davon sind etwa 200 ml reines Wasser.
- Bei Flüssigseife: Der LKW transportiert 250g Gewicht plus das Gewicht der Plastikflasche.
- Bei fester Seife: Ein Seifenstück, das für genauso viele Wäschen reicht, wiegt nur etwa 20–30g und ist viel kleiner.
Die Lösung für eine bessere Bilanz:
Um den CO2-Fußabdruck im Badezimmer zu senken, gibt es zwei Trends:
- Feste Seife (Bar Soap): Klassische Stücke, die kaum Wasser enthalten und papierverpackt sind.
- Seifenpulver oder Tabs zum Selbstmischen: Hier kauft man nur das Konzentrat in einer kleinen Papiertüte, füllt es zu Hause in eine vorhandene Flasche und füllt Leitungswasser auf. So wird das Wasser nicht per LKW durch das Land gefahren.