Welche bedenklichen Konservierungsstoffe sind häufig in industrieller Flüssigseife enthalten?

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In industrieller Flüssigseife werden Konservierungsstoffe eingesetzt, um das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Schimmel in dem wasserhaltigen Produkt zu verhindern. Einige dieser Stoffe stehen jedoch in der Kritik, da sie allergieauslösend, hormonell wirksam oder umweltschädlich sein können.

Hier sind die am häufigsten als bedenklich eingestuften Konservierungsstoffe:

1. Isothiazolinone (z. B. Methylisothiazolinone)

Diese Stoffe sind sehr wirksame Biozide, aber auch starke Allergene.

  • Bezeichnungen: Methylisothiazolinone (MIT), Methylchloroisothiazolinone (CIT).
  • Das Problem: Sie gelten als eines der häufigsten Kontaktallergene. In "Leave-on"-Produkten (wie Cremes) sind sie in der EU weitgehend verboten, in "Rinse-off"-Produkten wie Seifen aber weiterhin (in geringen Konzentrationen) erlaubt. Sie können Hautrötungen, Juckreiz und Ekzeme auslösen.

2. Parabene

Parabene werden seit Jahrzehnten als Konservierungsmittel genutzt, sind aber wegen ihrer Ähnlichkeit zum weiblichen Sexualhormon Östrogen umstritten.

  • Bezeichnungen: Methylparaben, Ethylparaben (gelten als weniger kritisch), Propylparaben, Butylparaben (gelten als kritischer).
  • Das Problem: Sie stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen (endokrine Disruptoren). Forscher untersuchen mögliche Zusammenhänge mit Fruchtbarkeitsproblemen und hormonabhängigen Krebsarten.

3. Formaldehyd-Abspalter

Diese Stoffe setzen im Produkt nach und nach kleine Mengen Formaldehyd frei, um Keime abzutöten.

  • Bezeichnungen: DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea, Quaternium-15, Sodium Hydroxymethylglycinate.
  • Das Problem: Formaldehyd ist ein bekanntes Karzinogen (krebserregend) beim Einatmen und ein starkes Allergen. Es kann die Schleimhäute reizen und die Hautalterung beschleunigen.

4. Triclosan

Triclosan wird oft in Seifen eingesetzt, die explizit als „antibakteriell“ beworben werden.

  • Bezeichnung: Triclosan.
  • Das Problem: Es ist sehr umstritten, da es die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien fördern kann. Zudem wirkt es hormonell und ist extrem giftig für Wasserorganismen. Für den normalen Hausgebrauch bietet es laut Experten (wie dem RKI) keinen Vorteil gegenüber normaler Seife.

5. Phenoxyethanol

Dies ist ein sehr verbreiteter Ersatzstoff für Parabene.

  • Bezeichnung: Phenoxyethanol.
  • Das Problem: In geringen Konzentrationen gilt es als sicher, kann aber bei empfindlichen Personen Hautirritationen auslösen. Es gibt vereinzelte Hinweise auf eine potenzielle Nerven- oder Lebertoxizität in sehr hohen Dosen, weshalb es in zertifizierter Naturkosmetik oft gemieden wird.

Weitere kritische Inhaltsstoffe (keine Konservierer, aber oft enthalten):

Neben den Konservierungsstoffen gibt es weitere Substanzen in Flüssigseifen, die oft kritisiert werden:

  • PEG/PEG-Derivate (z. B. Sodium Laureth Sulfate): Machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe.
  • Synthetische Duftstoffe: Stoffe wie Lilial (Butylphenyl Methylpropional) sind mittlerweile wegen ihrer potenziellen Fortpflanzungsschädigung in der EU verboten, aber andere allergene Duftstoffe sind weiterhin verbreitet.
  • EDTA: Ein Komplexbildner, der die Umwelt belastet, da er schwer abbaubar ist und Schwermetalle in Gewässern mobilisieren kann.

Worauf sollte man achten?

  1. Naturkosmetik-Siegel: Produkte mit Siegeln wie BDIH, NATRUE oder EcoCert verzichten auf die oben genannten kritischen Stoffe. Sie nutzen meist organische Säuren (z. B. Benzoic Acid oder Sorbic Acid) oder Alkohol zur Konservierung.
  2. Inhaltsstoffe prüfen: Apps wie CodeCheck oder Hautschutzengel können durch Scannen des Barcodes sofort zeigen, ob bedenkliche Stoffe enthalten sind.
  3. Feste Seife: Klassische Stückseifen haben oft einen basischen pH-Wert, in dem Bakterien schlechter überleben. Viele kommen daher mit deutlich weniger oder gar keinen problematischen Konservierungsstoffen aus.
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