Gibt es nachhaltige Alternativen oder Nachfüllsysteme für Flüssigseife?

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Ja, es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an nachhaltigen Alternativen zu herkömmlicher Flüssigseife in Einwegplastikflaschen. Das Ziel ist meist, Plastikmüll zu vermeiden und den Transport von Wasser (das Hauptbestandteil von Flüssigseife ist) zu reduzieren.

Hier sind die besten Optionen, unterteilt nach Systemen:

1. Seifen-Tabs und Pulver zum Selbstmischen

Dies ist aktuell einer der beliebtesten Trends. Du kaufst einmalig einen hochwertigen Glasspender (oder nutzt einen alten) und kaufst nur die Wirkstoffe nach.

  • Wie es funktioniert: Du füllst Leitungswasser in die Flasche, gibst ein Tab oder eine Portion Pulver hinzu, schüttelst kurz und hast nach kurzer Zeit fertige Flüssigseife.
  • Vorteile: Enorm CO2-Ersparnis beim Transport (da kein Wasser transportiert wird), Verpackung meist aus Papier, sehr platzsparend.
  • Marken-Beispiele: everdrop, Blaue Helden, share, Klaeny oder Sause (für Schaumseife).

2. Nachfüllbeutel (Der Klassiker)

Fast alle Drogeriemärkte und Marken bieten mittlerweile Nachfüllbeutel an.

  • Vorteile: Man spart bis zu 80 % Plastik im Vergleich zur herkömmlichen Flasche mit Pumpspender.
  • Nachteile: Es entsteht immer noch Plastikmüll, und die Beutel sind oft schwer recycelbar (Verbundstoffe).
  • Tipp: Achte auf Beutel aus Monomaterial (z. B. nur Polyethylen), diese lassen sich besser recyceln.

3. Unverpackt-Läden & Abfüllstationen

In vielen Städten gibt es Unverpackt-Läden, und auch große Drogerieketten (wie dm oder Rossmann in ausgewählten Filialen) testen Abfüllstationen.

  • Wie es funktioniert: Du bringst deine eigene leere Flasche mit und füllst sie direkt aus einem großen Kanister auf.
  • Vorteile: Absolut null Verpackungsmüll für dich als Endverbraucher.

4. Feste Seife (Stückseife) – Die nachhaltigste Wahl

Wenn du konsequent nachhaltig sein willst, ist das klassische Seifenstück unschlagbar.

  • Vorteile: Meist nur in Papier gewickelt oder komplett unverpackt, hält deutlich länger als Flüssigseife, keine Konservierungsstoffe nötig, sehr kompakt auf Reisen.
  • Tipp: Es gibt mittlerweile auch "Syndets" (waschaktive Substanzen), die wie feste Seife aussehen, aber einen hautneutralen pH-Wert haben, falls echte Seife deine Haut zu sehr austrocknet.

5. Seifenflocken zum Selberkochen (DIY)

Du kannst Flüssigseife ganz einfach selbst herstellen, um Kosten und Müll zu sparen.

  • Rezept: Raspel etwa 20–30g feste Kernseife (oder Olivenölseife) klein. Übergieße die Raspel mit ca. 500ml kochendem Wasser. Rühren, bis alles gelöst ist. Nach dem Abkühlen bei Bedarf einen Teelöffel Öl (z. B. Mandelöl) für die Pflege hinzufügen. Fertig.

6. Pfandsysteme

Einige Marken (oft im Bioladen zu finden) bieten Seife in Glasflaschen an, die über ein Pfandsystem (ähnlich wie Joghurtgläser) zurückgegeben werden können.

  • Marken-Beispiele: Fair Squared oder regionale Anbieter.

Fazit: Was ist am besten?

  1. Platz 1 (Ökobilanz): Das klassische Seifenstück (unverpackt).
  2. Platz 2: Tabs oder Pulver zum Selbstmischen (spart Transportgewicht und Plastik).
  3. Platz 3: Abfüllstationen im Laden.
  4. Platz 4: Große Nachfüllkanister (für Familien), da das Verhältnis von Plastik zu Inhalt besser ist als bei kleinen Beuteln.

Zusatz-Tipp: Wenn du bei Flüssigseife bleibst, lohnt sich die Anschaffung eines Schaumseifen-Spenders. Diese mischen die Seife mit viel Luft, wodurch du deutlich weniger Konzentrat pro Waschgang verbrauchst.