Gibt es biologisch abbaubare Alternativen zu herkömmlichen Plastik-Einwegschürzen?
Ja, es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von biologisch abbaubaren Alternativen zu herkömmlichen Einwegschürzen aus Polyethylen (PE). Diese werden meist aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind unter bestimmten Bedingungen kompostierbar.
Hier sind die gängigsten Materialien und Optionen:
1. Materialien für Bio-Einwegschürzen
- PLA (Polymilchsäure): Dies ist der am weitesten verbreitete Biokunststoff. Er wird aus pflanzlicher Stärke (meist Maisstärke) gewonnen. PLA-Schürzen sehen fast genauso aus wie herkömmliche Plastikschürzen, sind wasserfest und reißfest.
- Stärke-Blends (z. B. Mater-Bi): Hierbei wird Stärke (meist aus Kartoffeln oder Mais) mit anderen biologisch abbaubaren Polymeren gemischt. Diese Schürzen sind oft weicher und flexibler als reine PLA-Schürzen und fühlen sich etwas "natürlicher" an.
- PBAT: Ein biologisch abbaubarer Kunststoff auf Erdölbasis, der oft mit PLA gemischt wird, um die Flexibilität und Haltbarkeit zu erhöhen.
- Zuckerrohr (Bagasse): Gelegentlich gibt es Beschichtungen oder Fasern aus Zuckerrohrresten, die für Schutzkleidung verwendet werden, wobei dies bei Schürzen eher seltener ist als bei Einmalgeschirr.
2. Zertifizierungen, auf die Sie achten sollten
Damit eine Schürze wirklich als biologisch abbaubar gilt, sollte sie nach bestimmten Normen zertifiziert sein:
- DIN EN 13432: Dies ist der europäische Standard für industrielle Kompostierbarkeit.
- OK compost INDUSTRIAL / HOME: Labels des TÜV Austria, die angeben, ob das Material in einer industriellen Anlage oder sogar auf dem Gartenkompost abgebaut werden kann.
3. Vor- und Nachteile
Vorteile:
- CO2-Bilanz: Die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen bindet CO2 und verbraucht oft weniger fossile Energie.
- Image: Signalisiert Kunden und Mitarbeitern ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit.
- Atmungsaktivität: Manche Bio-Folien sind etwas atmungsaktiver als herkömmliches PE, was den Tragekomfort erhöhen kann.
Nachteile:
- Preis: Bio-Schürzen sind in der Regel 1,5- bis 3-mal teurer als herkömmliche Plastikschürzen.
- Entsorgungsproblem: In Deutschland dürfen Biokunststoffe meist nicht in die Biotonne, da die Kompostierungsanlagen sie nicht schnell genug zersetzen können. Sie landen daher oft in der Müllverbrennung (Restmüll), wo ihr ökologischer Vorteil gegenüber PE (das aus Erdöl besteht) zwar in der CO2-Neutralität der Verbrennung liegt, aber nicht im stofflichen Recycling.
- Haltbarkeit: Bei extrem langer Lagerung oder unter feuchten Bedingungen können sie spröde werden.
4. Die nachhaltigste Alternative: Mehrweg
Bevor man zu biologisch abbaubaren Einwegprodukten greift, lohnt sich oft die Prüfung von Mehrweg-Schürzen:
- Materialien: Hochwertiges Polyurethan (PU), PVC-beschichtetes Gewebe oder abwaschbares Gummi.
- Vorteil: Sie halten Monate oder Jahre, lassen sich leicht abwischen oder industriell waschen und verursachen auf Dauer deutlich weniger Müll und Kosten als jede Einweglösung.
Fazit
Wenn Sie im medizinischen Bereich, in der Lebensmittelverarbeitung oder in der Gastronomie nicht auf Einwegprodukte verzichten können, sind Schürzen aus PLA oder Stärke-Blends eine gute Wahl, um den Einsatz von erdölbasiertem Plastik zu reduzieren. Achten Sie beim Kauf auf das Siegel EN 13432.
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