Welcher logistische Aufwand entsteht durch die Lagerung großer Mengen an Einwegschürzen?

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Die Lagerung großer Mengen an Einwegschürzen (meist aus Polyethylen/PE oder Polypropylen/PP) wird oft unterschätzt, da es sich um leichte Artikel handelt. In der Logistik entstehen jedoch durch das hohe Volumen und die Menge spezifische Anforderungen.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung des logistischen Aufwands:

1. Platzbedarf und Lagerkapazität (Volumenlogistik)

Einwegschürzen sind "voluminöse Güter" mit geringem Wert pro Kubikmeter.

  • Palettenplatzierung: Große Mengen werden in Kartons auf Euro-Paletten geliefert. Eine Standardpalette kann je nach Faltung und Dicke (Mikron-Stärke) etwa 5.000 bis 10.000 Schürzen fassen. Bei sehr großen Beständen werden schnell hunderte Palettenplätze benötigt.
  • Stapelbarkeit: Da die Kartons oft relativ leicht, aber instabil sein können, ist eine Lagerung in Hochregalen (statt Blocklagerung) notwendig, um eine Quetschung der unteren Kartons zu vermeiden.
  • Flächennutzung: Da die Margen bei Einwegartikeln gering sind, müssen die Lagerkosten pro Stellplatz niedrig gehalten werden, um die Wirtschaftlichkeit nicht zu gefährden.

2. Bestandsmanagement und Umschlag

  • Charge- und Losnummern-Rückverfolgung: Besonders im medizinischen Bereich oder in der Lebensmittelindustrie müssen Chargennummern genau dokumentiert werden. Dies erhöht den administrativen Aufwand beim Wareneingang und bei der Kommissionierung.
  • FIFO-Prinzip (First-In – First-Out): Obwohl Plastikschürzen nicht im klassischen Sinne "verderben", können Materialeigenschaften (wie die Elastizität der Bänder) nach jahrelanger Lagerung nachlassen. Zudem können Verpackungen verstauben oder spröde werden.
  • Inventuraufwand: Aufgrund der hohen Stückzahlen ist eine manuelle Zählung unmöglich. Die Inventur erfolgt über das Gewicht oder die Zählung von Versandeinheiten (Kartons/Paletten).

3. Lagerbedingungen und Qualitätssicherung

  • Trockenheit: Die Umkartons bestehen meist aus Wellpappe. Feuchtigkeit führt zum Stabilitätsverlust der Stapel und zur Schimmelbildung an der Verpackung, was die Ware für Reinräume oder Lebensmittelbereiche unbrauchbar macht.
  • UV-Schutz: Kunststoffe wie PE oder PP können unter direkter UV-Einstrahlung spröde werden (Versprödung). Das Lager muss daher dunkel oder zumindest ohne direkte Sonneneinstrahlung sein.
  • Temperatur: Extreme Hitze kann dazu führen, dass die Schürzen (insbesondere bei sehr dünnem Material) leicht verkleben.

4. Brandschutz (Erhöhte Brandlast)

  • Materialeigenschaft: Einwegschürzen bestehen aus Erdölprodukten (Plastik). In großen Mengen stellen sie eine erhebliche Brandlast dar.
  • Auflagen: Ab einer gewissen Menge schreibt die Brandschutzverordnung zusätzliche Maßnahmen vor, wie z. B. Sprinkleranlagen, spezielle Brandabschnitte oder Rauchabzugssysteme. Dies erhöht die Infrastrukturkosten.

5. Materialhandhabung (Handling)

  • Kommissionierung: Da Schürzen oft in Unterverpackungen (z. B. Spenderboxen à 50 oder 100 Stück) vorliegen, ist der Aufwand beim Anbrechen von Großkartons hoch. Das "Pick-and-Pack" von Einzelboxen ist zeitaufwendiger als der Versand ganzer Paletten.
  • Innerbetrieblicher Transport: Aufgrund des Volumens sind viele Fahrten mit dem Gabelstapler nötig, um vergleichsweise wenig Gewicht zu bewegen.

6. Entsorgungslogistik (Sekundärabfall)

  • Bei der Lagerung und Umpackung fallen enorme Mengen an Verpackungsmaterial an (Umreifungsbänder, Stretchfolie, Leerpaletten, Kartonagen). Die Logistik muss auch die effiziente Entsorgung oder Rückführung dieser Materialien einplanen.

7. Kapitalbindung und Versicherung

  • Kapitalbindung: Auch wenn das Einzelstück nur Centbeträge kostet, summiert sich der Wert bei Millionenstückzahlen. Dieses Kapital ist im Lager gebunden.
  • Versicherungsprämien: Wegen der hohen Brandlast und des Warenwerts steigen die Versicherungsprämien für das Lagergebäude.

Zusammenfassung

Der größte Aufwand liegt nicht im Gewicht, sondern im Platzverbrauch und den Brandschutzanforderungen. Logistisch gesehen ist die Lagerung von Einwegschürzen ein Spiel mit der Flächeneffizienz: Man versucht, so viel Ware wie möglich auf so wenig Raum wie möglich unter Einhaltung der Brandschutzregeln unterzubringen, um die Fixkosten pro Schürze minimal zu halten.