Welche gesundheitlichen Nachteile haben die Konservierungsstoffe in Aufbackbrötchen?
Aufbackbrötchen aus dem Supermarkt sind so konzipiert, dass sie oft über Wochen oder Monate haltbar bleiben. Um dies zu erreichen, setzen Hersteller verschiedene Konservierungsstoffe und Zusatzstoffe ein. Während diese Stoffe innerhalb der EU zugelassen und in den verwendeten Mengen als „sicher“ gelten, gibt es dennoch gesundheitliche Aspekte, die kritisch betrachtet werden.
Hier sind die potenziellen gesundheitlichen Nachteile der gängigsten Stoffe:
1. Propionsäure und Propionate (E 280 – E 283)
Propionsäure wird oft eingesetzt, um Schimmelbildung zu verhindern.
- Stoffwechsel-Bedenken: Eine Studie der Harvard University (2019) deutet darauf hin, dass Propionate den Stoffwechsel beeinflussen könnten. Bei Mäusen und in Zellkulturen führte die Substanz zu einer erhöhten Ausschüttung von Hormonen wie Glucagon, was den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt.
- Risiko: Langfristig könnte dies die Insulinresistenz fördern und das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes erhöhen.
2. Sorbinsäure und Sorbate (E 200 – E 203)
Sorbinsäure ist ein sehr verbreiteter Konservierungsstoff.
- Unverträglichkeiten: Obwohl sie als gut verträglich gilt, kann sie bei empfindlichen Personen sogenannte Pseudoallergien auslösen. Dies kann sich durch Hautausschlag, Schleimhautirritationen oder Juckreiz bemerkbar machen.
- Darmflora: Es gibt Hinweise darauf, dass Konservierungsmittel, die Bakterien und Pilze in Lebensmitteln abtöten sollen, auch die nützlichen Bakterien in unserer Darmflora (Mikrobiom) beeinträchtigen könnten, was das Immunsystem schwächen kann.
3. Alkohol (Ethanol) zur Oberflächenbehandlung
Viele verpackte Brötchen werden vor dem Verschließen mit Ethanol besprüht, um Keime abzutöten.
- Geruch und Geschmack: Beim Öffnen der Packung riecht es oft leicht stechend nach Alkohol.
- Problematik: Der Großteil verfliegt beim Backen. Dennoch ist dies für trockene Alkoholiker oder sehr kleine Kinder ein kritischer Punkt, auch wenn die Restmengen minimal sind.
4. Emulgatoren und Phosphate (E 450, E 471, etc.)
Diese gehören streng genommen nicht zu den Konservierungsstoffen, sorgen aber für die Textur und Haltbarkeit.
- Phosphate (E 450): Ein hoher Konsum von Phosphaten steht im Verdacht, die Gefäßwände zu schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Nierenschäden zu erhöhen.
- Darmgesundheit: Bestimmte Emulgatoren können die schützende Schleimschicht im Darm durchlässiger machen („Leaky Gut“), was Entzündungen fördern kann.
5. Der „Ultra-processed Food“-Aspekt
Das Hauptproblem ist oft nicht ein einzelner Stoff, sondern die Summe der Verarbeitung:
- Hoher Glykämischer Index: Aufbackbrötchen bestehen meist aus hoch ausgemahlenem Weißmehl. Zusammen mit den Zusatzstoffen führen sie zu einem schnellen Blutzuckeranstieg und sättigen nur kurz.
- Fehlende Nährstoffe: Durch die lange Lagerung und industrielle Verarbeitung enthalten sie kaum noch Vitamine oder Ballaststoffe im Vergleich zu frischem Vollkornbrot vom Handwerksbäcker.
Wie kann man die Nachteile minimieren?
- Zutatenliste prüfen: Es gibt auch Aufbackbrötchen (oft Bio-Produkte), die ohne Konservierungsstoffe auskommen. Diese sind meist in Schutzatmosphäre (Stickstoff/CO2) verpackt statt mit Chemie konserviert.
- Bio-Qualität: Im Bio-Bereich sind deutlich weniger Zusatzstoffe zugelassen.
- Alternative: Brötchen vom traditionellen Bäcker (nicht Backshop) kaufen und selbst einfrieren. Diese lassen sich bei Bedarf genauso schnell aufbacken, enthalten aber meist nur Mehl, Wasser, Hefe und Salz.
Fazit: Der gelegentliche Verzehr ist für gesunde Menschen unbedenklich. Wer sich jedoch täglich davon ernährt, setzt seinem Körper regelmäßig Substanzen aus, die den Stoffwechsel und die Darmgesundheit belasten können.