Wie zieht man Stützstrümpfe bei eingeschränkter Beweglichkeit leichter an?

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Das Anziehen von Kompressions- oder Stützstrümpfen kann bei eingeschränkter Beweglichkeit (z. B. durch Rückenprobleme, Arthrose oder nach einer Operation) eine große Herausforderung sein.

Hier sind die besten Tipps, Techniken und Hilfsmittel, um den Vorgang zu erleichtern:

1. Die richtigen Hilfsmittel (Anziehhilfen)

Es gibt spezielle Vorrichtungen, die den Kraftaufwand und das Bücken minimieren:

  • Gummierte Handschuhe (Spezialhandschuhe): Das ist der wichtigste Tipp! Mit Gartenhandschuhen oder speziellen Noppenhandschuhen aus dem Sanitätshaus greifen Sie den Stoff viel besser. Sie müssen nicht fest zupacken, sondern können den Strumpf mit den flachen Händen am Bein „hochstreichen“. Das schont die Haut und den Stoff.
  • Anziehgestelle (z. B. „Butler“): Dies sind Metallgestelle, über die der Strumpf zuerst drübergezogen wird (er wird also vorgedehnt). Sie steigen dann nur noch mit dem Fuß hinein und ziehen das Gestell an den Griffen nach oben. Ideal, wenn man sich nicht tief bücken kann.
  • Gleit-Einstieghilfen (z. B. aus Segeltuch oder Nylon): Diese rutschigen Tücher werden über den Fuß gelegt. Der Strumpf gleitet fast ohne Reibung darüber. Es gibt Modelle für offene und geschlossene Fußspitzen (z. B. „Magnide“).

2. Die richtige Technik (Wendemethode)

Stülpen Sie den Strumpf nicht einfach über den Fuß, sondern gehen Sie so vor:

  1. Greifen Sie in den Strumpf bis zur Ferse.
  2. Halten Sie die Ferse fest und ziehen Sie das Beinteil auf links (das Innere nach außen), bis nur noch der Fußteil im Inneren bleibt.
  3. Schlupfen Sie mit dem Fuß in den Fußteil bis zur Ferse.
  4. Ziehen Sie den Rest des Strumpfes Stück für Stück (nicht am oberen Rand reißen!) über den Spann und die Ferse nach oben.

3. Vorbereitung der Beine und Hände

  • Der richtige Zeitpunkt: Ziehen Sie die Strümpfe direkt nach dem Aufstehen an, bevor die Beine im Laufe des Tages anschwellen.
  • Trockene Haut: Puder oder die Verwendung von speziellen Pflegeschaums (aus dem Sanitätshaus), der schnell einzieht, hilft. Feuchte Haut lässt den Strumpf extrem bremsen.
  • Keine Creme kurz vorher: Wenn Sie die Beine eincremen, warten Sie, bis die Creme vollständig eingezogen ist, oder cremen Sie die Beine erst abends nach dem Ausziehen ein.
  • Schmuck ablegen: Ringe oder Armbänder können Laufmaschen verursachen oder hängen bleiben.

4. Ergonomische Position

  • Setzen Sie sich stabil auf einen Stuhl oder die Bettkante.
  • Nutzen Sie einen Fußhocker, um den Fuß höher zu stellen. So müssen Sie sich nicht so tief bücken.
  • Wenn Sie im Bett liegen, können Sie das Knie anwinkeln, um den Fuß besser zu erreichen.

5. Professionelle Hilfe und Kostenübernahme

  • Rezept vom Arzt: Wenn Sie aufgrund Ihrer körperlichen Einschränkung die Strümpfe nicht alleine anziehen können, kann der Arzt Anziehhilfen (wie das Metallgestell) auf Rezept verordnen. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten (bis auf die gesetzliche Zuzahlung).
  • Pflegedienst: Wenn es trotz Hilfsmitteln nicht möglich ist, kann der Arzt das „An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen“ als Behandlungspflege verordnen. Dann kommt zweimal täglich eine Pflegekraft nach Hause.

Zusammenfassend: Besorgen Sie sich als ersten Schritt gummierte Handschuhe und lassen Sie sich im Sanitätshaus ein Anziehgestell zeigen. Das ist oft die effektivste Lösung bei eingeschränkter Beweglichkeit.

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