Wie unterscheiden sich Stützstrümpfe von medizinischen Kompressionsstrümpfen?

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Obwohl sie sich optisch oft ähneln, gibt es zwischen Stützstrümpfen und medizinischen Kompressionsstrümpfen gravierende Unterschiede in Bezug auf ihre Funktion, ihre Herstellung und ihren Zweck.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

1. Der medizinische Zweck

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: Sie sind ein anerkanntes Hilfsmittel zur Behandlung von Venenleiden (z. B. Krampfadern, Thrombosen, Lymphödemen) oder nach Operationen. Sie üben einen genau definierten Druck auf das Gewebe und die Gefäße aus, um den Rücktransport des Blutes zum Herzen zu unterstützen.
  • Stützstrümpfe: Sie dienen ausschließlich der Vorbeugung bei venengesunden Menschen. Sie sollen müden und schweren Beinen (z. B. bei langem Stehen oder auf Flugreisen) vorbeugen, haben aber keine therapeutische Wirkung bei bestehenden Venenerkrankungen.

2. Druckverlauf und Intensität

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: Sie weisen einen kontrollierten Druckverlauf auf. Der Druck ist an der Fessel am stärksten und nimmt nach oben hin kontinuierlich ab. Man unterscheidet vier Kompressionsklassen (KKL 1–4), je nach Schwere der Erkrankung. Der Druck wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen.
  • Stützstrümpfe: Der Druck ist deutlich geringer und oft nicht standardisiert oder medizinisch kontrolliert. Die Stärke wird meist in DEN (Denier) angegeben, was eigentlich nur die Garnstärke beschreibt, nicht die tatsächliche Druckkraft.

3. Anpassung und Passform

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: Sie müssen individuell angepasst werden. In einem Sanitätshaus werden die Beine an mehreren Stellen genau vermessen, um sicherzustellen, dass der Druckverlauf exakt stimmt. Es gibt sie als Serienfertigung oder als Maßanfertigung.
  • Stützstrümpfe: Sie werden in Standardgrößen (S, M, L oder Schuhgröße) verkauft. Eine fachgerechte Vermessung findet in der Regel nicht statt.

4. Kosten und Verordnung

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: Sie können vom Arzt auf Rezept verschrieben werden. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse den Großteil der Kosten (abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung und eventueller wirtschaftlicher Aufzahlung für Wunschfarben o.ä.).
  • Stützstrümpfe: Sie sind nicht erstattungsfähig. Man kauft sie selbst im Drogeriemarkt, in der Apotheke oder im Internet.

5. Material und Beschaffenheit

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: Das Gestrick ist sehr kräftig und elastisch, um den notwendigen Arbeitsdruck aufzubauen. Es gibt sie in zwei Varianten: Rundstrick (nahtlos, bei Venenleiden) und Flachstrick (mit Naht, bei Ödemen).
  • Stützstrümpfe: Sie sind meist dünner, feiner und ähneln optisch stärker normalen Nylonstrumpfhosen. Sie haben nicht die Kraft, Schwellungen (Ödeme) effektiv zu reduzieren.

Zusammenfassung: Wann brauche ich was?

Merkmal Stützstrumpf Med. Kompressionsstrumpf
Zielgruppe Venengesunde Menschen Menschen mit Venen/Lymphleiden
Funktion Vorbeugung bei müden Beinen Therapie von Erkrankungen
Druck Gering, nicht definiert (DEN) Definiert, abnehmend (mmHg)
Größe Konfektionsgröße (S, M, L) Individuell vermessen
Rezept Nein (Selbstzahler) Ja (Krankenkassenleistung)

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie bereits sichtbare Krampfadern, Schwellungen an den Knöcheln oder Schmerzen in den Beinen haben, sollten Sie keine Stützstrümpfe auf eigene Faust kaufen, sondern einen Arzt (Phlebologen) aufsuchen. Bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arterien können Kompressionsstrümpfe sogar gefährlich sein.

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