Wie verhindert man schmerzhafte Druckstellen durch Stützstrümpfe?
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Schmerzhafte Druckstellen durch Kompressions- oder Stützstrümpfe sind nicht nur unangenehm, sondern können im schlimmsten Fall auch zu Hautschäden führen. Hier sind die wichtigsten Tipps, um Druckstellen effektiv zu verhindern:
1. Die exakte Passform (Das A und O)
Druckstellen entstehen meist durch Falten oder eine falsche Größe.
- Professionelles Ausmessen: Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten unbedingt im Sanitätshaus angepasst werden. Das Ausmessen sollte morgens direkt nach dem Aufstehen erfolgen, wenn die Beine noch nicht angeschwollen sind.
- Regelmäßiger Austausch: Nach etwa 6 Monaten lässt die Spannkraft nach oder das Material dehnt sich aus. Die Passform stimmt nicht mehr, und es bilden sich Falten.
2. Die richtige Anziehtechnik
- Gummihandschuhe benutzen: Verwenden Sie spezielle Noppen-Gummihandschuhe aus dem Sanitätshaus. Damit lässt sich das Material viel gleichmäßiger am Bein verteilen, ohne punktuell zu stark zu ziehen.
- Keine Falten: Schon eine winzige Falte in der Kniekehle oder am Spann kann über Stunden hinweg schmerzhafte Wunden verursachen. Streichen Sie das Material mit den Handschuhen so lange glatt, bis es wie eine zweite Haut sitzt.
- Nicht am Rand ziehen: Ziehen Sie den Strumpf nicht am oberen Bund hoch, sondern arbeiten Sie sich von unten nach oben vor ("etappenweises Hochschieben").
3. Problemzonen gezielt schützen
Bestimmte Stellen am Bein sind besonders anfällig für Druck:
- Die Kniekehle: Achten Sie darauf, den Strumpf (bei Kniestrümpfen) nicht zu hoch zu ziehen. Er sollte etwa zwei Fingerbreit unter der Kniebeuge enden.
- Der Spann und die Knöchel: Wenn sich hier Material staut, helfen spezielle Pelotten (Polsterkissen aus Silikon oder Schaumstoff). Diese können in den Strumpf eingelegt werden, um den Druck gleichmäßig zu verteilen.
- Fersensitz: Achten Sie darauf, dass die Ferse des Strumpfes exakt an Ihrer Ferse sitzt.
4. Die richtige Hautpflege
Trockene Haut ist anfälliger für Risse und Druckstellen.
- Eincremen – aber richtig: Cremen Sie Ihre Beine abends nach dem Ausziehen ein.
- Spezielle Produkte: Verwenden Sie morgens vor dem Anziehen spezielle Kompressions-Pflegeschaums (aus dem Sanitätshaus). Diese ziehen sofort ein, fetten nicht und schützen die Hautbarriere, ohne das Material des Strumpfes anzugreifen. Normale fettige Cremes können das Elastan im Strumpf zerstören.
5. Hilfsmittel nutzen
- Anziehhilfen: Wenn Sie Schwierigkeiten haben, den Strumpf richtig zu positionieren, nutzen Sie Anziehhilfen (z. B. Gestelle oder Gleitsocken aus Seide/Nylon). Sie helfen dabei, den Strumpf ohne Gewalt über die Ferse zu bringen.
6. Das Material prüfen
- Rundstrick vs. Flachstrick: Bei sehr ausgeprägten Schwellungen (z.B. Lymphödem) sind Standard-Stützstrümpfe (rundgestrickt) oft ungeeignet, da sie in die Hautfalten einschneiden. Hier sind flachgestrickte Strümpfe (mit Naht) die bessere Wahl, da sie einen flächigen Druck ausüben und nicht so leicht einschnüren.
Wann Sie zum Arzt oder Sanitätshaus sollten:
- Wenn die Haut blau anläuft oder taub wird.
- Wenn sich offene Stellen oder Blasen bilden.
- Wenn der Schmerz stechend ist und nicht nachlässt.
Zusammenfassend: Die meisten Druckstellen lassen sich durch Handschuhe beim Anziehen und das Vermeiden von Falten in der Kniekehle verhindern. Wenn das nicht hilft, muss die Größe im Sanitätshaus neu kontrolliert werden.