Warum rutschen Stützstrümpfe während des Tragens ständig nach unten?

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Das Rutschen von Stütz- oder Kompressionsstrümpfen ist ein häufiges und lästiges Problem. Es gibt dafür verschiedene Ursachen, die von der Passform über die Pflege bis hin zur Beschaffenheit der Haut reichen.

Hier sind die häufigsten Gründe und was man dagegen tun kann:

1. Falsche Größe oder Passform

Dies ist der häufigste Grund. Wenn der Strumpf nicht exakt auf Ihre Beinmaße abgestimmt ist, fehlt der nötige Halt.

  • Zu groß: Wenn der Strumpf zu weit ist, fehlt die Spannung, und die Schwerkraft zieht ihn nach unten.
  • Zu klein/kurz: Wenn der Strumpf zu stark gedehnt wird, entsteht eine enorme Rückspannkraft. Der Strumpf versucht, in seine Ursprungsform zurückzukehren, und „wandert“ dabei nach unten.
  • Veränderte Beinumfänge: Wenn Sie abgenommen haben oder Schwellungen (Ödeme) zurückgegangen sind, passen die alten Strümpfe nicht mehr.

2. Probleme mit dem Haftband (Silikonband)

Bei schenkellangen Strümpfen sorgt ein Silikonband für Halt.

  • Hautfette und Schuppen: Hauttalg, abgestorbene Hautschüppchen oder Reste von Körperlotion setzen sich auf dem Silikon ab. Das Band verliert seinen „Grip“ und rutscht auf dem schmierigen Film.
  • Abnutzung: Nach einiger Zeit (meist nach ca. 6 Monaten) wird das Silikon spröde oder verliert seine Haftkraft.

3. Falsche Hautpflege

  • Eincremen: Wenn Sie sich kurz vor dem Anziehen der Strümpfe mit einer fetthaltigen Lotion eincremen, rutscht der Strumpf zwangsläufig.
  • Trockene Haut: Paradoxerweise kann auch sehr trockene, schuppige Haut den Halt verschlechtern, da der Strumpf auf den losen Hautschüppchen gleitet.

4. Materialermüdung und falsche Pflege

  • Alter: Kompressionsstrümpfe halten bei täglichem Tragen und Waschen etwa 6 Monate. Danach lässt die Elastizität des Materials nach.
  • Weichspüler: Das ist der „Tod“ für jeden Stützstrumpf. Weichspüler verklebt die elastischen Fasern und macht sie schlaff.
  • Hitze: Das Trocknen auf der Heizung oder im Trockner schädigt die Gummifäden.

5. Anziehtechnik

Wenn der Strumpf nicht gleichmäßig am Bein verteilt ist, entstehen Spannungsspitzen. Oft ist im Bereich des Knöchels noch zu viel Material „gestaut“, das im Laufe des Tages nach oben drängt und das obere Ende nach unten schiebt.


Was kann man dagegen tun? (Tipps & Lösungen)

  1. Haftband reinigen: Wischen Sie das Silikonband täglich mit einem feuchten Tuch oder etwas Reinigungsalkohol ab, um Hautfette zu entfernen.
  2. Richtig waschen: Waschen Sie die Strümpfe täglich (um Hautschuppen zu entfernen und die Fasern wieder in Form zu bringen) mit Feinwaschmittel, aber niemals mit Weichspüler.
  3. Hautpflege anpassen: Cremen Sie Ihre Beine nur abends nach dem Ausziehen der Strümpfe ein. Wenn Sie morgens cremen müssen, nutzen Sie spezielle, schnell einziehende Schäume (z. B. aus dem Sanitätshaus), die für Kompressionsstrumpf-Träger entwickelt wurden.
  4. Anziehhandschuhe nutzen: Benutzen Sie Gummihandschuhe (Noppenhandschuhe), um den Strumpf gleichmäßig von unten nach oben zu massieren. So wird das Gewebe perfekt verteilt.
  5. Hautkleber (Roll-on): Es gibt speziellen wasserlöslichen Hautkleber (z. B. "It Stays"), den man wie einen Deoroller auf die Haut aufträgt. Er fixiert den Strumpf sicher und lässt sich abends einfach mit Wasser abwaschen.
  6. Nachmessen lassen: Wenn die Strümpfe trotz allem rutschen, gehen Sie ins Sanitätshaus und lassen Sie Ihre Beine neu vermessen. Vielleicht ist ein Wechsel auf eine andere Marke oder eine Maßanfertigung nötig.

Kleiner Tipp für den Alltag: Wenn das Haftband unterwegs rutscht, hilft es oft, kurz mit feuchten Händen über das Silikon und die Haut darunter zu fahren. Die Feuchtigkeit erhöht kurzfristig die Haftung.

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