Woran erkennt man, dass die Stützstrümpfe die falsche Größe haben?
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Dass Stütz- oder Kompressionsstrümpfe die falsche Größe haben, merkt man oft erst nach einigen Stunden Tragezeit. Da sie ihre volle Wirkung nur entfalten können, wenn sie perfekt sitzen, ist es wichtig, auf folgende Warnsignale zu achten.
Man unterscheidet dabei zwischen Strümpfen, die zu eng, zu weit oder zu lang/kurz sind:
1. Anzeichen, dass die Strümpfe zu ENG (zu klein) sind
- Einschnürungen: Der Abschlussbund (oben am Oberschenkel oder unter dem Knie) schneidet tief ins Gewebe ein. Es entstehen rote, schmerzhafte Abdrücke.
- Schmerzen oder Taubheitsgefühl: Wenn die Füße oder Zehen kribbeln, einschlafen oder sich kalt anfühlen, ist die Durchblutung unterbrochen.
- Schwieriges Anziehen: Man braucht extrem viel Kraft und Zeit, um überhaupt über die Ferse zu kommen (ein gewisser Widerstand ist normal, aber es sollte kein "Kampf" sein).
- Druckschmerz am Spann oder den Zehen: Die Zehen werden unangenehm zusammengedrückt (besonders bei geschlossener Fußspitze).
2. Anzeichen, dass die Strümpfe zu WEIT (zu groß) sind
- Rutschen: Der Strumpf hält nicht an seiner Position und rutscht ständig nach unten (Richtung Knöchel oder Kniekehle).
- Faltenbildung: Wenn sich im Bereich des Spanns, am Schienbein oder in der Kniekehle Falten bilden, ist der Strumpf zu groß. Achtung: Falten sind gefährlich, da sie wie eine Abschnürung wirken können!
- Keine Wirkung: Die Beine fühlen sich trotz Strümpfen am Ende des Tages schwer und geschwollen an. Man spürt kaum einen stabilisierenden Druck.
- Materialüberschuss: Man hat das Gefühl, am Ende des Anziehens noch Stoff "übrig" zu haben, den man nach oben schieben muss.
3. Anzeichen für die falsche LÄNGE
- In der Kniekehle: Wenn ein Kniestrumpf bis in die Kniekehle reicht oder dort umgeschlagen werden muss, ist er zu lang. Das kann Venen abklemmen.
- Umschlagen des Bundes: Man sollte den Rand niemals umklappen, um die Länge zu kürzen. Wenn man das tun muss, ist der Strumpf definitiv zu lang.
- Zu kurz: Wenn der Strumpf schon unterhalb der Wade endet (bei Kniestrümpfen) oder die Oberschenkelmitte nicht erreicht (bei Schenkelstrümpfen), ist er zu kurz und kann seine Pumpfunktion nicht erfüllen.
Woran erkenne ich den OPTIMALEN Sitz?
- Der Strumpf liegt wie eine zweite Haut an.
- Die Ferse sitzt exakt an der dafür vorgesehenen Aussparung.
- Es gibt keine einzige Falte.
- Der Druck ist deutlich spürbar, aber nicht schmerzhaft.
- Der obere Rand schließt etwa zwei Fingerbreit unter der Kniekehle (bei Kniestrümpfen) oder kurz unter dem Schritt (bei Schenkelstrümpfen) ab.
Was tun bei falscher Größe?
- Neu vermessen lassen: Gehen Sie morgens (wenn die Beine noch nicht geschwollen sind) in ein Sanitätshaus.
- Anziehhilfen nutzen: Manchmal liegt es nicht an der Größe, sondern daran, dass der Strumpf beim Anziehen nicht richtig verteilt wurde. Handschuhe mit Noppen helfen, das Material gleichmäßig zu verteilen.
- Maßanfertigung: Wenn Standardgrößen nicht passen (z. B. bei sehr schmalen Fesseln und kräftigen Waden), ist eine Maßanfertigung notwendig.
Wichtig: Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten niemals Schmerzen verursachen. Wenn Sie Schmerzen haben, ziehen Sie die Strümpfe aus und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder dem Sanitätshaus.