Was kann ich tun, wenn ich die Menstruationstasse nicht mehr greifen kann?
Keine Panik – das ist ein Problem, das viele Nutzerinnen von Menstruationstassen kennen, und es gibt eine einfache Lösung. Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Tasse kann nicht in deinem Körper „verschwinden“. Die Vagina endet am Muttermund (Zervix), die Tasse kann also nirgendwohin wandern.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was du jetzt tun kannst:
1. Tief durchatmen und entspannen
Das klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt. Wenn du gestresst bist, verkrampft sich deine Beckenbodenmuskulatur. Das hält die Tasse noch fester fest und macht die Vagina enger. Nimm dir 5-10 Minuten Zeit, komm zur Ruhe, trink vielleicht einen Tee und versuch es dann erst wieder.
2. Die richtige Position finden
In der Hocke ist der Vaginalkanal am kürzesten.
- Hocke dich tief auf den Boden (vielleicht unter der Dusche).
- Alternativ: Setz dich auf die Toilette und stelle deine Füße auf einen kleinen Hocker (oder Klopapierrollen), um eine tiefe Hockposition zu simulieren.
3. Mit den Muskeln „mithelfen“
Benutze deine Beckenbodenmuskulatur, um die Tasse nach unten zu drücken – so, als hättest du Stuhlgang oder würdest bei einer Geburt pressen.
- Atme dabei aus und drücke sanft, aber bestimmt.
- Dadurch schiebt sich die Tasse meist ein bis zwei Zentimeter nach unten, bis du den Stiel oder den Boden greifen kannst.
4. Den Unterdruck lösen (Wichtig!)
Zieh niemals einfach nur am Stiel, wenn du Widerstand spürst! Das verstärkt den Unterdruck (Saugeffekt) und kann schmerzhaft sein.
- Sobald du den Boden der Tasse mit den Fingerspitzen erreichst, drücke den Boden der Tasse fest zusammen. Dadurch löst sich das Vakuum.
- Wenn du den Boden nicht greifen kannst: Versuche, mit einem Finger am Rand der Tasse entlangzufahren und den Rand leicht einzudrücken.
5. Den „Greif-Trick“ anwenden
Wenn die Tasse sehr weit oben sitzt:
- Führe den Zeigefinger und den Daumen ein.
- Nutze die „Bauchpresse“ (wie in Punkt 3), während du versuchst, den Boden zu fassen.
- Sobald du sie greifen kannst, wackle sie leicht von links nach rechts, während du sie langsam herausziehst.
6. Wenn es gar nicht geht: Abwarten
Wenn du die Tasse nach mehreren Versuchen nicht herausbekommst und nicht unter Schmerzen leidest: Mach eine Pause.
- Warte 1-2 Stunden. Oft rutscht die Tasse durch die natürliche Bewegung und Schwerkraft von selbst ein Stück tiefer.
- Besonders morgens direkt nach dem Aufstehen sitzt die Tasse oft höher. Warte eine Weile, bis du dich bewegt hast.
Wann solltest du zum Arzt?
Wenn du die Tasse nach 24 Stunden immer noch nicht entfernen konntest oder wenn du Schmerzen, starke Schwellungen oder ein unangenehmes Gefühl bekommst, geh zu deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt (oder in eine gynäkologische Notaufnahme). Keine Sorge: Für medizinisches Personal ist das eine Kleinigkeit und kommt öfter vor, als du denkst. Es muss dir nicht peinlich sein!
Zusammenfassung für jetzt: Tief ausatmen, in die Hocke gehen, leicht pressen und den Boden der Tasse zusammendrücken. Du schaffst das!