Ist stilles Mineralwasser für den Körper bekömmlicher als kohlensäurehaltiges Wasser?

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Die kurze Antwort lautet: Für die meisten Menschen ist stilles Wasser tatsächlich bekömmlicher, da es das Verdauungssystem weniger belastet. Es gibt jedoch kein „Richtig“ oder „Falsch“, da es stark auf die individuelle Empfindlichkeit des Magens und die jeweilige Situation ankommt.

Hier ist ein detaillierter Vergleich:

Warum stilles Wasser oft als besser empfunden wird:

  1. Schonung für den Magen: Kohlensäure ist, wie der Name sagt, eine Säure. Bei Menschen mit einem empfindlichen Magen, einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Hang zu Sodbrennen (Reflux) kann die Kohlensäure die Produktion von Magensäure anregen und die Beschwerden verschlimmern.
  2. Keine Blähungen: Die im Wasser gelöste Kohlensäure wird im Magen wieder zu Gas. Das führt häufig zu Aufstoßen oder einem Blähbauch (Meteorismus). Stilles Wasser verhindert dieses Völlegefühl.
  3. Größere Mengen trinkbar: Da stilles Wasser den Magen nicht durch Gas ausdehnt, fällt es vielen Menschen leichter, größere Mengen davon in kurzer Zeit zu trinken. Das ist besonders wichtig, um den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken.
  4. Ideal beim Sport: Beim Sport ist stilles Wasser deutlich im Vorteil. Kohlensäure kann während der Belastung zu unangenehmem Druck im Magen oder Aufstoßen führen, was die Atmung und das Wohlbefinden stört.

Wann kohlensäurehaltiges Wasser vorteilhaft sein kann:

  1. Anregung der Verdauung: Bei Menschen mit einer trägen Verdauung kann die Kohlensäure die Durchblutung der Mundschleimhaut und die Magenbewegung leicht anregen, was den Verdauungsprozess fördern kann.
  2. Sättigungsgefühl: Durch die Ausdehnung des Gases im Magen entsteht schneller ein vorübergehendes Sättigungsgefühl. Das kann für Menschen, die abnehmen möchten, hilfreich sein, um den ersten Hunger zu dämpfen.
  3. Geschmack und Frische: Viele empfinden sprudelndes Wasser als erfrischender. Die Kohlensäure reinigt zudem die Geschmacksknospen auf der Zunge (weshalb oft Sprudelwasser zu Wein oder Kaffee gereicht wird).

Mythen im Check:

  • Übersäuerung: Es wird oft behauptet, Kohlensäure würde den Körper übersäuern. Das stimmt nicht. Der Körper reguliert seinen pH-Wert sehr genau über die Lunge (Abatmen von CO2) und die Nieren.
  • Kalziumräuber: Es gibt keine Belege dafür, dass kohlensäurehaltiges Wasser den Knochen Kalzium entzieht.
  • Zahngesundheit: Kohlensäure ist eine sehr schwache Säure. Solange man kein Wasser mit Zucker oder Zitronensäure (wie Softdrinks) trinkt, ist die Gefahr für den Zahnschmelz bei gesundem Speichelfluss zu vernachlässigen.

Fazit – Was sollten Sie trinken?

  • Greifen Sie zu stillem Wasser, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, zu Blähungen neigen, Sport treiben oder Schwierigkeiten haben, auf Ihre tägliche Trinkmenge zu kommen.
  • Greifen Sie zu Sprudelwasser, wenn Sie gesund sind, den erfrischenden Kick mögen oder eine leichte Anregung für die Verdauung suchen.

Tipp: Wenn Sie Sprudel mögen, ihn aber nicht gut vertragen, ist Medium-Wasser ein guter Kompromiss. Es enthält genug Kohlensäure für den frischen Geschmack, ist aber deutlich magenschonender.

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