Darf Ibuprofen im letzten Drittel einer Schwangerschaft eingenommen werden?
Die Antwort lautet ganz klar: Nein, Ibuprofen darf im letzten Drittel der Schwangerschaft (ab der 28. Schwangerschaftswoche) nicht eingenommen werden.
Es besteht eine strikte Gegenanzeige. Hier sind die wichtigsten Gründe für dieses Verbot:
1. Verschluss des Ductus arteriosus (Botalli)
Dies ist die größte Gefahr. Der Ductus arteriosus ist eine Gefäßverbindung im fetalen Herzen, die vor der Geburt offen bleiben muss. Ibuprofen kann dazu führen, dass sich dieses Gefäß bereits im Mutterleib vorzeitig verschließt. Dies kann zu schwerem Lungenhochdruck beim Neugeborenen führen.
2. Nierenschäden beim Ungeborenen
Die Einnahme kann die Nierenfunktion des Babys beeinträchtigen. Dies kann zu einer verminderten Fruchtwassermenge (Oligohydramnion) führen, was die Entwicklung des Kindes gefährdet.
3. Hemmung der Wehentätigkeit
Ibuprofen wirkt hemmend auf Prostaglandine, die für das Auslösen der Wehen wichtig sind. Die Einnahme kann daher den Geburtsvorgang verzögern oder verlängern.
4. Erhöhtes Blutungsrisiko
Ibuprofen beeinflusst die Blutplättchen (Thrombozytenaggregation), was sowohl bei der Mutter als auch beim Kind das Risiko für Blutungen während und nach der Geburt erhöhen kann.
Was ist die Alternative?
- Paracetamol: Gilt in der gesamten Schwangerschaft als Schmerzmittel der Wahl, sollte aber dennoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt und so kurz/niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden.
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Je nach Beschwerdeart können Wärme/Kälte, Ruhe, Massagen oder Akupunktur helfen.
Was tun, wenn Sie es versehentlich eingenommen haben?
Sollten Sie Ibuprofen im letzten Trimester eingenommen haben, geraten Sie nicht in Panik, aber kontaktieren Sie zeitnah Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin. Mittels Ultraschall kann kontrolliert werden, ob das Herz des Babys und die Fruchtwassermenge unauffällig sind.
Wichtige Informationsquelle: Eine sehr verlässliche Quelle für Medikamente in der Schwangerschaft ist das Portal Embryotox (betrieben von der Charité Berlin). Dort können Sie spezifische Wirkstoffe nachschlagen.
Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen immer Ihren Arzt oder Apotheker.