Welche Risiken bestehen bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure im letzten Drittel einer Schwangerschaft?

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Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, bekannt als Aspirin) im letzten Schwangerschaftsdrittel (ab der 28. Schwangerschaftswoche) ist mit erheblichen Risiken verbunden und sollte nur nach ausdrücklicher ärztlicher Anordnung erfolgen. In der Regel ist die Anwendung von Schmerzmitteldosen (500 mg oder mehr) in dieser Phase kontraindiziert.

Hier sind die Hauptrisiken im Detail:

1. Risiken für das ungeborene Kind

  • Vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus Botalli: Dies ist das schwerwiegendste Risiko. Der Ductus arteriosus ist eine Gefäßverbindung, die im Mutterleib den Lungenkreislauf umgeht. ASS kann dazu führen, dass sich diese Verbindung zu früh schließt. Dies führt zu einem erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf des Neugeborenen (pulmonale Hypertonie), was lebensgefährlich sein kann.
  • Nierenschädigung und Fruchtwassermangel: ASS kann die Nierenfunktion des Fötus beeinträchtigen. Dies führt zu einer verminderten Urinausscheidung des Kindes, was wiederum zu einer Verringerung der Fruchtwassermenge (Oligohydramnion) führt. Dies kann die Entwicklung der Lungen behindern.
  • Erhöhte Blutungsneigung: Da ASS die Thrombozytenaggregation (Blutplättchenverklumpung) hemmt, kann es beim Neugeborenen zu Hirnblutungen oder anderen Blutungskomplikationen kommen.

2. Risiken für die Mutter

  • Verzögerung der Geburt: Prostaglandine spielen eine wichtige Rolle bei der Einleitung der Wehen. Da ASS die Prostaglandinsynthese hemmt, kann die Einnahme zu einem verspäteten Geburtsbeginn oder zu einer verlängerten Geburtsdauer (Wehenschwäche) führen.
  • Erhöhtes Blutungsrisiko: Unter der Geburt besteht für die Mutter ein deutlich höheres Risiko für starke Blutungen (postpartale Hämorrhagie), da die gerinnungshemmende Wirkung von ASS über mehrere Tage anhält.

Wichtige Ausnahme: Niedrig dosierte ASS (ASS 100)

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen der Einnahme von ASS als Schmerzmittel (500 mg oder mehr) und einer ärztlich verordneten Niedrigdosis-Therapie (meist 100 mg bis 150 mg pro Tag).

Niedrig dosierte ASS wird oft verschrieben, um Komplikationen wie:

  • Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung),
  • Wachstumsverzögerungen des Kindes oder
  • bestimmte Gerinnungsstörungen zu verhindern. In diesen Fällen überwiegt der Nutzen das Risiko, und die Patientin wird engmaschig überwacht. Dennoch wird auch die niedrig dosierte ASS oft einige Tage vor dem errechneten Entbindungstermin abgesetzt, um das Blutungsrisiko bei der Geburt zu minimieren.

Alternativen bei Schmerzen

Wenn Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft Schmerzmittel benötigen:

  1. Paracetamol: Gilt in der gesamten Schwangerschaft als das Mittel der Wahl, sollte aber dennoch so kurz und so niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden.
  2. Vermeiden Sie NSAR: Neben ASS sollten auch andere nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Naproxen im letzten Drittel strikt vermieden werden, da sie die gleichen Risiken für das Kind (Ductus-Verschluss, Nierenschäden) bergen.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie versehentlich ASS eingenommen haben oder unsicher sind, halten Sie bitte umgehend Rücksprache mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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