Wie sicher schützen Kondome vor einer ungewollten Schwangerschaft?

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Kondome gelten als ein sehr sicheres Verhütungsmittel, sofern sie korrekt angewendet werden. Sie sind das einzige gängige Mittel, das gleichzeitig vor einer Schwangerschaft und vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützt.

Um die Sicherheit genau zu bestimmen, nutzt man in der Medizin den sogenannten Pearl-Index.

1. Der Pearl-Index von Kondomen

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, wenn sie die jeweilige Methode zur Verhütung nutzen.

  • Methodensicherheit (bei perfekter Anwendung): 2 Das bedeutet, wenn das Kondom immer perfekt sitzt, nicht reißt und keine Fehler gemacht werden, werden etwa 2 von 100 Frauen pro Jahr schwanger.
  • Gebrauchssicherheit (im Alltag): 12 bis 18 In der Realität liegt die Zahl höher, da im Alltag Anwendungsfehler passieren. Hier werden statistisch gesehen etwa 12 bis 18 von 100 Frauen pro Jahr schwanger.

2. Warum ist die Lücke zwischen "perfekt" und "Alltag" so groß?

Die Sicherheit eines Kondoms hängt extrem stark vom menschlichen Faktor ab. Die häufigsten Gründe für ein Versagen sind:

  • Falsche Größe: Ein zu großes Kondom kann abrutschen; ein zu kleines kann platzen.
  • Beschädigung beim Öffnen: Fingernägel oder Schmuck können winzige Risse verursachen.
  • Falsches Gleitmittel: Öl- oder fetthaltige Mittel (wie Bodylotion, Vaseline oder Massageöl) machen Latex porös und lassen es reißen. Es dürfen nur wasserbasierte oder silikonbasierte Gleitmittel verwendet werden.
  • Anwendungsfehler: Das Kondom wird zu spät übergestreift (Lusttropfen können bereits Spermien enthalten) oder beim Abziehen nach dem Samenerguss nicht festgehalten.
  • Lagerung: Hitze (z. B. im Auto) oder ständige Reibung (z. B. im Geldbeutel) können das Material schwächen.

3. Wie kann man die Sicherheit erhöhen?

Um den Schutz so nah wie möglich an die "2" (Methodensicherheit) zu bringen, sollten Sie Folgendes beachten:

  1. Passende Größe wählen: Messen Sie den Penisumfang (im erigierten Zustand), um die richtige Kondomgröße zu finden.
  2. Haltbarkeitsdatum prüfen: Abgelaufene Kondome sind spröde.
  3. Vorsichtig öffnen: Keine Schere oder Zähne benutzen.
  4. Richtig aufsetzen: Die Luft aus der Reservoirspitze drücken, damit dort Platz für das Ejakulat ist und kein Überdruck entsteht.
  5. Rechtzeitig abziehen: Den Penis herausziehen, solange er noch steif ist, und das Kondom dabei am Schaft festhalten.

4. Vergleich mit anderen Methoden

Kondome sind weniger sicher als hormonelle Methoden (Pille, Hormonspirale) oder die Kupferspirale, wenn man rein die Schwangerschaftsprävention betrachtet. Diese liegen oft bei einem Pearl-Index von unter 1.

Empfehlung: Viele Paare nutzen die "Double-Dutch"-Methode: Sie kombinieren das Kondom (Schutz vor Krankheiten + zusätzliche Sicherheit) mit einer weiteren Methode wie der Pille oder einer Spirale.

Fazit: Wenn Sie sorgfältig mit Kondomen umgehen und die richtige Größe verwenden, bieten sie einen sehr guten Schutz. Sie sind jedoch fehleranfälliger als Methoden, bei denen man während des Aktes nicht aktiv an die Verhütung denken muss.

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