Darf Ibuprofen während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden?
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Die Einnahme von Ibuprofen während der Schwangerschaft und Stillzeit muss differenziert betrachtet werden. Es kommt entscheidend auf den Zeitpunkt (das Schwangerschaftsdrittel) an.
Hier ist eine Zusammenfassung der aktuellen medizinischen Empfehlungen (Stand 2024):
1. Während der Schwangerschaft
Erstes und zweites Trimester (1. bis ca. 27. Schwangerschaftswoche):
- Eingeschränkt möglich: Ibuprofen sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt und nur dann eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist.
- Mittel der Wahl: In dieser Phase ist Paracetamol das bevorzugte Schmerzmittel, da es als sicherer gilt.
- Es gibt Hinweise, dass die Einnahme von Ibuprofen in der Frühschwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten oder bestimmte Fehlbildungen leicht erhöhen könnte, wobei die Datenlage hier nicht völlig eindeutig ist.
Drittes Trimester (ab der 28. Schwangerschaftswoche):
- STRENG VERBOTEN (Kontraindikation): Ab der 28. SSW darf Ibuprofen auf keinen Fall mehr eingenommen werden.
- Risiken für das Kind: Es besteht die Gefahr, dass sich der Ductus arteriosus Botalli (eine wichtige Gefäßverbindung im Herzen des Ungeborenen) vorzeitig verschließt. Dies kann zu lebensbedrohlichem Lungenhochdruck beim Neugeborenen führen. Zudem kann es die Nierenfunktion des Babys schädigen und die Fruchtwassermenge reduzieren.
- Auch die Wehentätigkeit kann gehemmt und die Blutungsneigung bei Mutter und Kind erhöht werden.
2. Während der Stillzeit
- Ja, Ibuprofen ist Mittel der Wahl: Ibuprofen gilt in der Stillzeit als sicher und ist (neben Paracetamol) das Schmerzmittel der ersten Wahl.
- Geringer Übergang in die Muttermilch: Nur sehr geringe Mengen des Wirkstoffs gehen in die Muttermilch über. Da Ibuprofen zudem eine kurze Halbwertszeit hat (schnell abgebaut wird), ist die Belastung für den Säugling minimal.
- Empfehlung: Nehmen Sie das Medikament am besten direkt nach dem Stillen ein, um den zeitlichen Abstand bis zur nächsten Mahlzeit des Babys zu maximieren.
Zusammenfassung & Empfehlungen
- Rücksprache halten: Fragen Sie vor der Einnahme immer Ihren Frauenarzt, Ihre Hebamme oder einen Apotheker.
- Alternative Paracetamol: Während der gesamten Schwangerschaft ist Paracetamol das Mittel, das am häufigsten empfohlen wird.
- Dosierung: Wenn ein Medikament nötig ist, gilt immer: So kurz wie möglich und so niedrig dosiert wie möglich.
- Embryotox: Eine hervorragende wissenschaftliche Quelle für Schwangere und Stillende ist die Website www.embryotox.de (betrieben von der Berliner Charité). Dort können Sie spezifische Medikamente suchen und die aktuelle Risikobewertung einsehen.
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Schmerzen oder Fieber in der Schwangerschaft sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen, um die Ursache zu klären.