Ist die Einnahme von Reisekrankheit-Tabletten während der Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich?

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Die Einnahme von Medikamenten gegen Reisekrankheit während der Schwangerschaft und Stillzeit ist ein wichtiges Thema, das immer individuell mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden sollte.

Hier ist eine allgemeine Übersicht über die gängigsten Wirkstoffe und Empfehlungen (basierend auf Portalen wie Embryotox, dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Berlin):

1. In der Schwangerschaft

Die meisten herkömmlichen Reisekrankheitstabletten enthalten den Wirkstoff Dimenhydrinat (bekannt unter Markennamen wie Vomex A oder Reisegold).

  • 1. und 2. Trimester: Dimenhydrinat gilt in der Schwangerschaft als weitgehend erprobt und darf bei starker Übelkeit nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Es wird oft sogar gegen die typische Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt.
  • 3. Trimester (Vorsicht geboten): Kurz vor der Geburt ist Vorsicht geboten. Dimenhydrinat kann eine wehenfördernde Wirkung haben. Bei vorzeitiger Wehentätigkeit sollte es daher auf keinen Fall eingenommen werden.
  • Alternative Meclozin: In vielen Ländern gilt Meclozin als Mittel der Wahl in der Schwangerschaft, in Deutschland ist es jedoch nicht mehr direkt in der Apotheke als Monopräparat erhältlich (müsste ggf. über internationale Apotheken bezogen werden).

2. In der Stillzeit

  • Dimenhydrinat: Der Wirkstoff geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei kurzzeitiger Anwendung (z. B. für eine einzelne Reise) gilt es meist als akzeptabel. Allerdings kann es beim Säugling zu Unruhe, Schläfrigkeit oder Trinkschwäche führen. Zudem gibt es Hinweise, dass Antihistaminika (zu denen Dimenhydrinat gehört) die Milchbildung hemmen können, wenn sie in hohen Dosen eingenommen werden.
  • Mittel der Wahl: Wenn möglich, sollten in der Stillzeit bevorzugt Präparate gewählt werden, die weniger sedierend (machend schläfrig) wirken, oder man greift auf natürliche Alternativen zurück.

3. Pflanzliche und medikamentenfreie Alternativen

Da viele Schwangere und stillende Mütter auf chemische Wirkstoffe verzichten möchten, gibt es bewährte Alternativen:

  1. Ingwer: Ingwerwurzel (als Kapsel oder Tee) ist gut gegen Übelkeit untersucht. Hinweis: In sehr großen Mengen steht Ingwer im Verdacht, wehenfördernd zu sein, normale Mengen gelten meist als sicher.
  2. Akupressur-Armbänder: Diese Armbänder üben Druck auf den P6-Punkt (Nei-Kuan) am Handgelenk aus und helfen vielen Menschen ohne jegliche Nebenwirkungen.
  3. Vitamin B6: Wird oft zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit empfohlen und kann auch bei Reisekrankheit unterstützend wirken.
  4. Verhaltensregeln: Blick auf den Horizont richten, nicht lesen, während der Fahrt nicht essen (nur leichte Snacks) und für frische Luft sorgen.

Wichtige Empfehlung:

Schauen Sie vor der Einnahme auf die Website www.embryotox.de. Dort können Sie den spezifischen Wirkstoff eingeben und erhalten die aktuellsten wissenschaftlichen Einschätzungen zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit.

Fazit: Eine einmalige Einnahme von Dimenhydrinat ist meist unbedenklich, sollte aber – besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel – vorher kurz mit der Frauenärztin oder der Hebamme abgeklärt werden.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.