Welche Personen sollten auf die Einnahme von Ibuprofen verzichten?
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Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Obwohl es ein weit verbreitetes, rezeptfreies Schmerzmittel ist, gibt es bestimmte Personengruppen, die auf die Einnahme verzichten sollten oder dies nur nach strenger ärztlicher Rücksprache tun dürfen.
Hier sind die wichtigsten Personengruppen, für die Ibuprofen nicht oder nur eingeschränkt geeignet ist:
1. Personen mit Magen-Darm-Problemen
- Aktive Geschwüre: Wer aktuell an Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren leidet, darf Ibuprofen nicht einnehmen.
- Vorgeschichte von Blutungen: Personen, die in der Vergangenheit Magen-Darm-Blutungen oder Durchbrüche (Perforationen) im Zusammenhang mit Schmerzmitteln hatten.
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann Ibuprofen Schübe auslösen oder verschlimmern.
2. Personen mit Organerkrankungen
- Schwere Niereninsuffizienz: Da Ibuprofen über die Nieren ausgeschieden wird und die Durchblutung der Nieren beeinflussen kann, ist es bei Nierenschäden gefährlich.
- Schwere Leberfunktionsstörungen: Die Leber ist am Abbau des Medikaments beteiligt; bei schweren Schäden ist Vorsicht geboten.
- Schwere Herzinsuffizienz: Ibuprofen kann die Belastung für das Herz erhöhen und Wassereinlagerungen (Ödeme) fördern.
3. Schwangere (insbesondere im letzten Drittel)
- Ab dem 7. Monat (3. Trimenon): Die Einnahme ist hier streng untersagt, da sie zu Kreislaufproblemen beim ungeborenen Kind (vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus) und Nierenschäden führen kann. Zudem kann es die Wehentätigkeit hemmen und die Blutungsneigung bei der Geburt erhöhen.
- Hinweis: Auch im ersten und zweiten Drittel sollte Ibuprofen nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden (Paracetamol gilt hier oft als Mittel der Wahl).
4. Personen mit Asthma oder Allergien
- Analgetika-Asthma: Manche Asthmatiker reagieren auf NSAR wie Ibuprofen oder Aspirin mit schweren Asthmaanfällen.
- Überempfindlichkeit: Personen, die allergisch auf Ibuprofen oder andere Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure/Aspirin) reagieren (z. B. durch Hautausschlag oder Schwellungen).
5. Personen mit Blutgerinnungsstörungen
- Da Ibuprofen die Blutgerinnung leicht hemmt (wenn auch schwächer als Aspirin), sollten Menschen mit einer erhöhten Blutungsneigung oder solche, die starke Blutverdünner (wie Marcumar oder direkte orale Antikoagulanzien) einnehmen, darauf verzichten, um das Risiko für innere Blutungen zu minimieren.
6. Vor oder nach Operationen
- Wegen des erhöhten Blutungsrisikos sollte die Einnahme vor geplanten operativen Eingriffen mit dem Chirurgen oder Anästhesisten abgeklärt werden.
7. Kinder unter 6 Monaten bzw. unter 6 kg Körpergewicht
- Für Säuglinge unter 6 Monaten ist Ibuprofen in der Selbstmedikation in der Regel nicht zugelassen. Hier muss zwingend ein Kinderarzt konsultiert werden.
8. Vorsicht bei älteren Menschen
- Senioren haben ein deutlich höheres Risiko für Nebenwirkungen an Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System. Hier sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten werden.
Wichtige Wechselwirkungen
Man sollte Ibuprofen nicht ohne ärztlichen Rat kombinieren mit:
- Anderen NSAR (z.B. Aspirin, Diclofenac).
- Kortison-Präparaten (stark erhöhtes Risiko für Magengeschwüre).
- Bestimmten Antidepressiva (SSRIs).
- Lithium oder Methotrexat.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Wenn Sie unsicher sind oder Vorerkrankungen haben, fragen Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ibuprofen einnehmen.