Welche Magen-Darm-Beschwerden können durch die Einnahme von Ibuprofen verursacht werden?

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Die Einnahme von Ibuprofen, das zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört, kann eine Vielzahl von Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Das liegt primär daran, dass Ibuprofen die Bildung von Botenstoffen (Prostaglandinen) hemmt, die normalerweise die Magenschleimhaut vor der aggressiven Magensäure schützen.

Hier sind die möglichen Beschwerden, unterteilt nach Schweregrad:

1. Häufige, eher leichte Beschwerden

Diese treten oft schon bei kurzzeitiger Anwendung auf:

  • Sodbrennen: Saures Aufstoßen durch Reizung der Speiseröhre oder erhöhte Säurewirkung.
  • Magenschmerzen und Oberbauchbeschwerden: Ein Druckgefühl oder brennender Schmerz in der Magengegend.
  • Übelkeit und Erbrechen: Oft ein direktes Zeichen der Unverträglichkeit.
  • Blähungen und Völlegefühl.
  • Veränderungen des Stuhlgangs: Sowohl Durchfall als auch Verstopfung können vorkommen.

2. Schwerwiegendere Komplikationen

Bei längerer Einnahme oder hoher Dosierung steigt das Risiko für ernste Schäden:

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung): Die Magenschleimhaut entzündet sich großflächig.
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulzera): Es entstehen tiefe Wunden in der Schleimhaut, die sehr schmerzhaft sein können (aber nicht müssen).
  • Magen-Darm-Blutungen: Dies ist eine gefährliche Komplikation. Anzeichen können Teerstuhl (tiefschwarzer, glänzender Stuhl) oder Kaffeesatzerbrechen (dunkles, krümeliges Blut im Erbrochenen) sein.
  • Magen-Darm-Durchbruch (Perforation): Ein Geschwür kann die Wand von Magen oder Darm vollständig durchbrechen – ein medizinischer Notfall.

Risikofaktoren

Das Risiko für diese Nebenwirkungen ist besonders hoch, wenn:

  • Ibuprofen über einen längeren Zeitraum oder in hoher Dosierung eingenommen wird.
  • Die Person bereits früher Magenprobleme oder Geschwüre hatte.
  • Zusätzlich Alkohol konsumiert wird (reizt die Schleimhaut zusätzlich).
  • Andere Medikamente eingenommen werden, die das Blutungsrisiko erhöhen (z. B. Cortison, Blutverdünner wie Aspirin, Marcumar oder SSRI-Antidepressiva).
  • Die Patienten älter sind (über 65 Jahre).

Tipps zur Vorbeugung

  1. Nicht auf nüchternen Magen: Nehmen Sie Ibuprofen am besten während oder nach einer Mahlzeit mit reichlich Wasser ein.
  2. Kurze Dauer, niedrige Dosis: Nehmen Sie das Medikament so kurz und so niedrig dosiert wie möglich ein.
  3. Magenschutz: Bei Patienten mit hohem Risiko verschreiben Ärzte oft zusätzlich einen sogenannten Protonenpumpenhemmer (z. B. Pantoprazol oder Omeprazol), um die Säureproduktion zu drosseln.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie unter der Einnahme von Ibuprofen starke Schmerzen im Oberbauch bekommen oder sich Ihr Stuhl schwarz verfärbt, sollten Sie das Medikament sofort absetzen und einen Arzt aufsuchen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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