Kann Stilltee bei der Mutter Magen-Darm-Beschwerden oder Sodbrennen auslösen?

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Ja, es ist durchaus möglich, dass Stilltee bei der Mutter Magen-Darm-Beschwerden oder Sodbrennen auslöst, auch wenn die enthaltenen Kräuter eigentlich für ihre beruhigende Wirkung bekannt sind.

Hier sind die Gründe, warum das passieren kann:

1. Sodbrennen durch ätherische Öle

Die klassischen Bestandteile von Stilltee – Anis, Fenchel und Kümmel – enthalten viele ätherische Öle. Diese wirken zwar entkrampfend, können aber bei empfindlichen Personen den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen (den Ösophagussphinkter) leicht entspannen. Dadurch kann Magensäure leichter nach oben steigen, was Sodbrennen verursacht.

2. Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)

Viele Stilltees (insbesondere solche, die die Milchbildung stark anregen sollen) enthalten Bockshornklee. Dieser ist bekannt dafür, dass er bei der Mutter folgende Nebenwirkungen haben kann:

  • Magen-Darm-Probleme: Blähungen, lockerer Stuhl oder Durchfall.
  • Geruch: Schweiß und Urin können nach Ahornsirup oder Bockshornklee riechen.

3. Die Menge macht das Gift

Manche Mütter trinken literweise Stilltee in der Hoffnung, die Milchmenge massiv zu steigern. Zu viel des Guten kann jedoch das Verdauungssystem überfordern. Die enthaltenen Gerbstoffe und ätherischen Öle können in großen Mengen die Magenschleimhaut reizen.

4. Unverträglichkeiten oder Allergien

Anis, Fenchel und Kümmel gehören zur Familie der Doldenblütler. Wenn eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegen diese Pflanzen (oder z.B. gegen Beifuß oder Pollen) vorliegt, kann der Körper mit Übelkeit, Bauchschmerzen oder Hautausschlag reagieren.

5. Kräutermischungen

Manche Tees enthalten zusätzlich Kräuter wie Brennnessel (wirkt entwässernd und kann den Magen reizen) oder Zitronenmelisse. Jede Frau reagiert individuell auf diese Mischungen.


Was können Sie tun?

  1. Dosis reduzieren: Trinken Sie nicht mehr als 2 bis 3 Tassen am Tag. Stilltee ist ein "Arzneitee" und kein Durstlöscher.
  2. Sorte wechseln: Probieren Sie eine andere Marke oder eine Mischung ohne Bockshornklee aus.
  3. Einzelne Kräuter testen: Wenn Sie vermuten, dass Sie ein bestimmtes Kraut nicht vertragen, können Sie versuchen, reinen Fencheltee oder nur Kümmeltee zu trinken, um den Auslöser zu finden.
  4. Pause machen: Lassen Sie den Tee ein paar Tage ganz weg. Wenn die Beschwerden verschwinden, ist der Tee sehr wahrscheinlich die Ursache.
  5. Alternative: Die beste Methode zur Steigerung der Milchmenge ist häufiges Anlegen oder Abpumpen ("Angebot und Nachfrage"). Viel stilles Wasser oder Saftschorlen reichen für die Flüssigkeitszufuhr meist völlig aus.

Wichtig: Wenn die Magen-Darm-Beschwerden sehr stark sind oder mit Fieber einhergehen, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen, um einen herkömmlichen Infekt auszuschließen.

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