Kann die regelmäßige Einnahme von Ibuprofen zu medikamenteninduzierten Kopfschmerzen führen?

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Ja, die regelmäßige Einnahme von Ibuprofen (und anderen Schmerzmitteln) kann definitiv zu sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerzen führen (in der Fachsprache: Medikamentenübergebrauchskopfschmerz, kurz MOK).

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu, wie dieser Teufelskreis entsteht und worauf man achten sollte:

1. Wie entsteht dieser Kopfschmerz?

Es klingt paradox: Ein Medikament, das gegen Schmerzen helfen soll, verursacht bei zu häufiger Anwendung selbst Schmerzen. Wenn der Körper ständig mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen versorgt wird, verändert sich die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Die Schmerzschwelle sinkt, und das Nervensystem wird überempfindlich. Sobald der Wirkstoffspiegel im Blut sinkt, reagiert der Körper mit einem „Entzugskopfschmerz“.

2. Die „10-20-Regel“

Um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden, empfehlen Neurologen und Schmerzexperten die folgende Faustregel:

  • Maximal an 10 Tagen pro Monat sollten Schmerzmittel (wie Ibuprofen, Paracetamol oder auch Triptane) eingenommen werden.
  • An mindestens 20 Tagen pro Monat sollte man komplett auf Schmerzmittel verzichten.

Speziell für einfache Schmerzmittel wie Ibuprofen gilt die medizinische Definition für MOK, wenn diese an mehr als 15 Tagen pro Monat über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten eingenommen werden.

3. Woran erkennt man medikamenteninduzierte Kopfschmerzen?

Typische Merkmale sind:

  • Der Kopfschmerz tritt an mehr als 15 Tagen im Monat auf.
  • Der Schmerz ist oft dumpf-drückend und tritt meist schon morgens nach dem Aufwachen auf.
  • Die Schmerzen werden häufig schlimmer, wenn man die Tabletten absetzt.
  • Die ursprünglichen Schmerzmittel wirken nicht mehr so gut wie früher, was dazu verleitet, die Dosis weiter zu erhöhen.

4. Was kann man tun?

Wenn Sie den Verdacht haben, unter dieser Art von Kopfschmerz zu leiden, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Arztbesuch: Sprechen Sie mit einem Neurologen oder einem Schmerztherapeuten.
  2. Kopfschmerztagebuch: Führen Sie genau Buch darüber, wann Sie welches Medikament in welcher Dosierung genommen haben.
  3. Medikamentenpause: Die einzige wirksame Behandlung ist in der Regel ein konsequentes Absetzen der Medikamente für einen gewissen Zeitraum (meist zwei bis drei Wochen), oft unter ärztlicher Begleitung. In dieser Zeit können die Kopfschmerzen zunächst schlimmer werden, bevor sie dauerhaft besser werden.
  4. Prophylaxe: Es gibt vorbeugende Medikamente (die selbst keine Schmerzmittel sind), die helfen können, die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken zu senken, ohne einen MOK auszulösen.

Fazit: Ibuprofen ist für die gelegentliche Anwendung sicher und effektiv. Eine tägliche oder fast tägliche Einnahme sollte jedoch unbedingt vermieden oder ärztlich abgeklärt werden, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

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