Wie funktioniert die Verbindung zwischen Geräten bei der Chrome Remote Desktop App ohne lokale Netzwerkverbindung?

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  1. Grundlagen der Verbindung bei Chrome Remote Desktop
  2. Verbindung über Google-Server und NAT-Traversal
  3. Aufbau einer Peer-to-Peer-Verbindung mittels ICE-Protokoll
  4. Fallback über TURN-Server falls direkte Verbindung scheitert
  5. Verschlüsselung und Sicherheit
  6. Zusammenfassung

Grundlagen der Verbindung bei Chrome Remote Desktop

Chrome Remote Desktop ermöglicht es Nutzern, auf entfernte Computer über das Internet zuzugreifen, selbst wenn sich die Geräte nicht im selben lokalen Netzwerk befinden. Dabei kommt eine spezielle Verbindungsmethode zum Einsatz, die auf der Überbrückung von Netzwerkbarrieren basiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Remote-Desktop-Lösungen, die oft voraussetzen, dass sich Geräte im selben LAN (Local Area Network) befinden, arbeitet Chrome Remote Desktop über das öffentliche Internet und verwendet dafür eine Kombination aus Cloud-basierten Servern und modernen Netzwerkprotokollen.

Verbindung über Google-Server und NAT-Traversal

Die wesentliche Herausforderung bei Verbindungen über das Internet liegt darin, dass die meisten Geräte sich hinter sogenannten NATs (Network Address Translators) und Firewalls befinden. Diese Schutzmechanismen erschweren direkte Verbindungen, da private IP-Adressen nicht direkt von außen erreichbar sind. Chrome Remote Desktop nutzt daher die Infrastruktur von Google, um diese Hindernisse zu umgehen. Wenn eine Verbindung aufgebaut wird, registrieren sich beide Geräte – das steuernde und das gesteuerte – beim Google Signaling Server in der Cloud. Über diesen Server werden Informationen ausgetauscht, die es den beiden Geräten ermöglichen, Wege zu finden, um trotz NAT und Firewalls miteinander zu kommunizieren.

Aufbau einer Peer-to-Peer-Verbindung mittels ICE-Protokoll

Die Technik, die Chrome Remote Desktop für den Verbindungsaufbau verwendet, basiert auf WebRTC (Web Real-Time Communication). Hierbei spielt das ICE-Protokoll (Interactive Connectivity Establishment) eine zentrale Rolle. Das ICE-Protokoll versucht, für beide Geräte passende Netzwerkpfade herauszufinden, um eine direkte Peer-to-Peer-Verbindung zu erstellen. Dabei werden sogenannte STUN-Server (Session Traversal Utilities for NAT) eingesetzt, um die öffentliche IP-Adresse und den Netzwerktyp der Geräte zu ermitteln. Gelingt es, eine direkte Verbindung zwischen den Geräten herzustellen, so laufen sämtliche Datenpakete direkt zwischen den Endpunkten – das ermöglicht eine schnelle und latenzarme Fernsteuerung.

Fallback über TURN-Server falls direkte Verbindung scheitert

Sollte die direkte Verbindung aufgrund besonders restriktiver NAT-Typen oder Firewalls nicht zustande kommen, greift Chrome Remote Desktop auf TURN-Server (Traversal Using Relays around NAT) zurück. Diese Server fungieren als Vermittler, die den gesamten Datenverkehr über die Cloud leiten. Obwohl dies zu einer höheren Latenz führt, garantiert es, dass die Verbindung dennoch zuverlässig zustande kommt. Die Nutzung von TURN-Servern stellt sicher, dass auch in schwierigen Netzwerkumgebungen ein Remote-Zugriff möglich bleibt.

Verschlüsselung und Sicherheit

Während des gesamten Verbindungsprozesses sorgt Chrome Remote Desktop für eine sichere Datenübertragung. Die Remote-Sitzung wird mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt, wodurch nur die beiden beteiligten Geräte die übertragenen Inhalte entschlüsseln können. Selbst Google, als Anbieter der Vermittlungsserver, hat somit keinen Zugriff auf die übertragenen Bild-, Tastatur- und Maus-Daten. Dies stellt sicher, dass die Privatsphäre des Nutzers und die Integrität der Verbindung jederzeit gewahrt bleiben.

Zusammenfassung

Zusammengefasst funktioniert die Verbindung zwischen Geräten bei der Chrome Remote Desktop App ohne lokale Netzwerkverbindung, indem beide Geräte ihre Präsenz bei Google-Servern anmelden, die als Vermittler für den Verbindungsaufbau dienen. Durch die Verwendung von WebRTC und ICE-Protokollen wird versucht, eine direkte Peer-to-Peer-Verbindung trotz NATs und Firewalls herzustellen. Scheitert dies, leitet ein TURN-Server die Daten weiter. Das gesamte System arbeitet sicher und verschlüsselt, wodurch Nutzer auch über das Internet hinweg schnell und geschützt auf ihre entfernten Geräte zugreifen können.

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