Warum dauert das Kopieren großer Dateien in Solid Explorer extrem lange?
- Warum dauert das Kopieren großer Dateien in Solid Explorer extrem lange?
- Grundlegende Funktionsweise des Kopiervorgangs
- Einfluss der Speichermedien
- Einfluss des Dateisystems und Fragmentierung
- Ressourcen- und Sicherheitsprüfungen durch Solid Explorer
- Hintergrundprozesse und Systemlast
- WLAN- oder Netzwerkverbindungen bei Netzwerkspeichern
- Fazit
Warum dauert das Kopieren großer Dateien in Solid Explorer extrem lange?
Grundlegende Funktionsweise des Kopiervorgangs
Beim Kopieren großer Dateien über Solid Explorer handelt es sich um einen komplexen Prozess, der mehrere Faktoren berücksichtigt. Im Gegensatz zu einfachen Dateimanager-Apps optimiert Solid Explorer viele Vorgänge, die sich aber auf die Geschwindigkeit auswirken können. Zunächst wird die Quelle der Datei gelesen und die Daten werden zwischengespeichert, bevor sie an das Ziel geschrieben werden. Die Performance dieser Schritte hängt sehr stark von der Hardware des Geräts ab, insbesondere vom verwendeten Speicher (intern, extern oder Netzlaufwerk) und dessen Geschwindigkeit.
Einfluss der Speichermedien
Einer der wichtigsten Gründe für lange Kopierzeiten ist die Geschwindigkeit der Speichermedien. Interner Speicher, vor allem wenn es sich um moderne NVMe-Flashspeicher handelt, ist wesentlich schneller als klassische SD-Karten oder USB-Sticks. Wenn die große Datei von einem langsamen Medium gelesen oder auf ein langsames Medium geschrieben wird, verzögert das den Vorgang erheblich. Darüber hinaus kann Solid Explorer bei externen Laufwerken, die per USB OTG oder WLAN verbunden sind, durch die zusätzliche Übertragung über Schnittstellen mit begrenzter Bandbreite deutlich ausgebremst werden.
Einfluss des Dateisystems und Fragmentierung
Je nachdem, welches Dateisystem auf den Speichermedien verwendet wird, kann die Kopiergeschwindigkeit variieren. Dateisysteme wie FAT32 oder exFAT sind zum Beispiel anfällig für Fragmentierung, was heißt, dass große Dateien in viele kleine Fragmente zerteilt sind. Das Lesen und Schreiben vieler Fragmente erhöht die benötigte Zeit für den Vorgang. Solid Explorer muss diese Fragmente reihum kopieren, was mehr Zugriffe und somit langsamer ist als der sequentielle Transfer einer unfragmentierten Datei.
Ressourcen- und Sicherheitsprüfungen durch Solid Explorer
Solid Explorer arbeitet nicht nur als reiner Kopier-Mechanismus, sondern integriert auch Sicherheitsprüfungen und Metadaten-Verwaltung. Während des Kopierens überprüft die App oftmals Zugriffsrechte, Synchronisationsstatus oder schlägt vor Konflikte aufzulösen. Zudem kann das Berechnen von Hash-Werten (wie MD5 oder SHA) vor oder nach dem Kopieren erfolgen, um die Integrität der Datei sicherzustellen, was die Kopierzeit verlängert.
Hintergrundprozesse und Systemlast
Smartphones oder Tablets führen im Hintergrund viele Prozesse aus, die die verfügbare Prozessorleistung und den Speicher einschränken. Wenn Solid Explorer weniger Rechenleistung erhält oder Speicher knapp ist, stockt der Kopiervorgang. Außerdem kann die Temperatur des Geräts eine Rolle spielen, da bei Überhitzung die Leistung oft gedrosselt wird, um Schäden zu vermeiden. Dies führt zu einer insgesamt langsameren Datenverarbeitung.
WLAN- oder Netzwerkverbindungen bei Netzwerkspeichern
Wird eine große Datei von oder zu einem Netzwerkspeicher (NAS, SMB-Freigaben, Cloud-Diensten) kopiert, kommen zusätzlich zu den genannten Faktoren Netzwerkgeschwindigkeit und Stabilität ins Spiel. Schwankungen in der Verbindung, Paketverluste oder Protokolloverhead können die Geschwindigkeit stark einschränken. Solid Explorer nutzt zwar moderne Protokolle, kann aber nur so schnell sein wie das Netzwerk zulässt.
Fazit
Das Kopieren großer Dateien in Solid Explorer dauert deshalb oft extrem lange, weil viele technische Faktoren zusammenspielen. Die Geschwindigkeit hängt von der Hardwarequalität des Speichermediums, den Eigenschaften des Dateisystems, den genutzten Schnittstellen, den Systemressourcen sowie möglichen Sicherheitsprüfungen ab. Während Solid Explorer viele Komfortfunktionen bietet, kann dies zu Lasten der reinen Kopiergeschwindigkeit gehen. Für besonders schnelle Transfers empfiehlt es sich, schnelle interne Speicher und stabile, schnelle Verbindungen zu verwenden sowie unnötige Hintergrundprozesse zu minimieren.
