Wie wird ein ganzer Lachs fachgerecht geschuppt und vorbereitet?

Melden

Das fachgerechte Schuppen und Vorbereiten eines ganzen Lachses erfordert etwas Geduld und die richtige Technik, um das Fleisch nicht zu beschädigen und die Küche halbwegs sauber zu halten.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Profis vorgehen:

1. Vorbereitung und Utensilien

Bevor Sie beginnen, legen Sie sich alles bereit:

  • Ein großes Schneidebrett: Am besten eines, das nicht rutscht (evtl. ein feuchtes Tuch darunterlegen).
  • Ein Fischschupper: Alternativ die stumpfe Seite eines schweren Messers oder ein großer Löffel.
  • Küchenpapier: Zum Trocknen und Festhalten.
  • Ein scharfes Messer: (Filitiermesser oder Kochmesser).
  • Ein großer Plastikbeutel oder das Spülbecken: Um die fliegenden Schuppen zu bändigen.

Profi-Tipp: Schuppen Sie den Fisch am besten in einem großen, sauberen Müllbeutel oder unter einer dünnen Schicht Wasser im Spülbecken. Das verhindert, dass die Schuppen in der ganzen Küche herumfliegen.


2. Das Schuppen (Entschuppen)

Lachsschuppen sind relativ klein, müssen aber gründlich entfernt werden, besonders wenn die Haut mitgegessen werden soll (was beim Lachs sehr zu empfehlen ist).

  1. Griff: Halten Sie den Lachs fest am Schwanz fest. Benutzen Sie ein Stück Küchenpapier für besseren Grip.
  2. Richtung: Fahren Sie mit dem Schupper oder dem Messerrücken gegen die Wuchsrichtung der Schuppen – also vom Schwanz in Richtung Kopf.
  3. Druck: Üben Sie gleichmäßigen, mittleren Druck aus. Kurze, ruckartige Bewegungen sind effektiver als lange Züge.
  4. Kritische Stellen: Vergessen Sie nicht den Bauch, den Rücken und die Bereiche direkt hinter den Kiemen sowie die Flossenansätze.
  5. Kontrolle: Fahren Sie mit den Fingern über die Haut (vom Kopf zum Schwanz). Wenn es sich glatt wie Seide anfühlt, sind alle Schuppen weg. Wenn es noch rau ist, nacharbeiten.

3. Entfernen der Kiemen (Falls der Kopf dran bleibt)

Wenn Sie den Lachs im Ganzen garen möchten, muss der Kopf meist dranbleiben, aber die Kiemen müssen unbedingt raus, da sie Bitterstoffe enthalten und schnell verderben.

  1. Kiemendeckel anheben.
  2. Die roten Kiemenbögen mit einer stabilen Schere oder einem Messer an den Verbindungspunkten (oben und unten) losschneiden.
  3. Die Kiemen komplett herausziehen und entsorgen.

4. Säubern und Ausspülen

Selbst wenn der Fisch bereits ausgenommen gekauft wurde, muss er innen "geputzt" werden:

  1. Die Blutbahn (Niere): Entlang der Rückengräte im Inneren des Bauches verläuft eine dunkle Linie unter einer dünnen Haut. Ritzen Sie diese Haut vorsichtig auf.
  2. Säubern: Kratzen Sie das dunkle Blut mit einem Löffelstiel oder dem Fingernagel unter fließendem, kaltem Wasser heraus. Das ist wichtig für einen sauberen Geschmack.
  3. Waschen: Spülen Sie den Fisch innen und außen gründlich mit eiskaltem Wasser ab, um lose Schuppen und Blutreste zu entfernen.

5. Das Trocknen (Sehr wichtig!)

Dies ist der Schritt, den viele Amateure überspringen:

  1. Tupfen Sie den Lachs mit Küchenpapier extrem gründlich trocken – sowohl die Bauchhöhle als auch die Haut.
  2. Nur auf einer trockenen Haut kann die Hitze beim Braten oder Grillen sofort die Maillard-Reaktion (Bräunung) auslösen, wodurch sie knusprig wird. Eine feuchte Haut dämpft den Fisch nur und bleibt zäh.

6. Finales Trimmen

  • Flossen: Wenn der Fisch im Ganzen gebraten wird, lässt man die Flossen oft aus optischen Gründen dran. Wenn sie stören, schneiden Sie sie mit einer Fischschere ab.
  • Bauchlappen: Falls die dünnen Enden des Bauches sehr fettig oder unsauber aussehen, können Sie diese minimal begradigen.

Zusammenfassung für den perfekten Fisch:

  • Immer gegen den Strich schuppen.
  • Die Blutbahn an der Wirbelsäule entfernen.
  • Eiskaltes Wasser verwenden.
  • Vor dem Würzen/Garen staubtrocken tupfen.

Nun ist Ihr Lachs bereit zum Marinieren, Füllen oder direktem Garen!

0