Welche Getreidesorten sind typischerweise in einem Mehrkornbrötchen enthalten?
In Deutschland ist die Bezeichnung „Mehrkornbrötchen“ rechtlich geschützt. Gemäß den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck müssen darin mindestens drei verschiedene Getreidesorten enthalten sein. Jede dieser Sorten muss zu mindestens 5 Prozent am Gesamtgetreideanteil beteiligt sein.
Typischerweise finden sich in einem Mehrkornbrötchen Kombinationen aus folgenden Getreidesorten:
1. Die häufigsten Getreidesorten (Basis)
- Weizen: Meist die Hauptkomponente, da er für die Lockerheit und das Volumen sorgt.
- Roggen: Wird oft für einen kräftigeren Geschmack und eine längere Frischhaltung hinzugefügt.
- Hafer: Meist in Form von Haferflocken (innen oder als Dekor), was eine nussige Note gibt.
2. Weitere typische Getreidearten
- Gerste: Häufig als Flocken oder Schrot enthalten.
- Dinkel: Eine beliebte Alternative oder Ergänzung zu Weizen.
- Mais: Manchmal als Maisgriess enthalten, was eine leicht süßliche Note und gelbe Farbe gibt.
- Hirse: Kleine gelbe Körner, die oft für zusätzlichen Biss sorgen.
3. Wichtiger Unterschied: Getreide vs. Ölsaaten
Obwohl sie oft auf oder in Mehrkornbrötchen zu finden sind, zählen die folgenden Zutaten botanisch nicht als Getreide und erfüllen daher nicht die „Drei-Korn-Regel“ (sie werden aber fast immer zusätzlich verwendet):
- Leinsamen
- Sonnenblumenkerne
- Sesam
- Kürbiskerne
- Chia-Samen
Ein typisches Beispiel für die Zusammensetzung:
Ein klassisches Mehrkornbrötchen aus der Bäckerei besteht oft aus:
- 70 % Weizen
- 20 % Roggen
- 10 % Hafer
- (Zusätzlich bestreut mit Sesam und Leinsamen)
Zusammenfassend: Ein Mehrkornbrötchen enthält meist Weizen, Roggen und Hafer oder Gerste. Wenn es speziell als „Vierkorn-“ oder „Fünfkornbrötchen“ deklariert ist, müssen entsprechend vier oder fünf Sorten die 5-Prozent-Hürde erreichen.