Warum wird Biotin im deutschsprachigen Raum oft auch als „Vitamin H“ bezeichnet?

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Die Bezeichnung Vitamin H für Biotin ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet und hat eine historische sowie rein deskriptive Ursache.

Hier sind die Gründe für den Namen:

1. Ableitung von „Haut und Haar“

Der Buchstabe „H“ steht schlichtweg für Haut und Haar. Als das Vitamin in den 1930er Jahren erforscht wurde, stellten Wissenschaftler (maßgeblich der deutsch-amerikanische Mediziner Paul György) fest, dass ein Mangel an dieser Substanz zu schweren Hautveränderungen und Haarausfall führt. Da Biotin für das Wachstum von Hautzellen und die Bildung von Keratin (dem Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln) essenziell ist, lag die Benennung nach diesen Wirkungsbereichen nahe.

2. Entdeckungsgeschichte (Der „Eiklar-Faktor“)

Die Entdeckung von Biotin ist eng mit der Erforschung der sogenannten „Eiklar-Krankheit“ verbunden. Man fand heraus, dass Ratten, die große Mengen an rohem Eiklar fraßen, Hautentzündungen bekamen und ihr Fell verloren. Der Stoff, der diese Symptome heilte, wurde zunächst als „Faktor H“ oder eben „Vitamin H“ bezeichnet. Später stellte sich heraus, dass dieser Faktor identisch mit dem Biotin ist.

3. Einordnung in den Vitamin-B-Komplex

International und in der modernen Wissenschaft wird Biotin heute meist als Vitamin B7 bezeichnet, da es chemisch zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine gehört.

Zusammenfassend: Obwohl die offizielle biochemische Bezeichnung heute meist Biotin oder Vitamin B7 lautet, hat sich der Name Vitamin H in Deutschland, Österreich und der Schweiz (besonders in der Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelbranche) hartnäckig gehalten, weil er eine so einfache „Eselsbrücke“ zu seinem Hauptnutzen für Haut und Haar bietet.